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Verbotene Liebe in der Jusizvollzugsanstalt Rosdorf bleibt Justizthema

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Von: Heidi Niemann

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Justitia Symbolbild
Eine ehemalige Beamtin der JVA Rosdorf akzeptiert das Urteil wegen Strafvereitelung gegen Sie nicht. (Symbolbild) © Peter Steffen/dpa

Das Strafverfahren um verbotene Liebesbeziehungen in der JVA Rosdorf wird nun auch noch das Landgericht Göttingen beschäftigen.

Göttingen / Rosdorf / Hardegsen – Nach Angaben eines Justizsprechers hat eine der beiden früheren JVA-Beamtinnen, die sich kürzlich vor dem Amtsgericht Göttingen verantworten mussten, gegen ihre Verurteilung Berufung eingelegt.

Das Amtsgericht Göttingen hatte die 29-Jährige im Dezember wegen Urkundenfälschung in Tateinheit mit Siegelbruch zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten verurteilt. Die Vollstreckung der Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt, als Auflage soll sie insgesamt 2400 Euro an die Stiftung Opferhilfe Niedersachsen zahlen. Nach Ansicht des Gerichts hatte die Angeklagte eine befreundete JVA-Beamtin dazu angestiftet, die Daten auf dem sichergestellten Handy eines Gefängnisinsassen zu löschen.

JVA-Beamtin hatte Liebesbeziehung zu Gefangenem - Handy eingeschleust

Das Handy war bei einem Häftling aus Rumänien sichergestellt worden, mit dem die 29-jährige JVA-Beamtin verbotenerweise eine Liebesbeziehung hatte. Der heute 32 Jahre alte Rumäne saß in der JVA Rosdorf wegen Kindesmissbrauchs ein. Das Landgericht Göttingen hatte den bereits einschlägig vorbestraften Mann Anfang 2019 zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt.

Im September 2020 wurde in seiner Zelle ein illegal eingeschleustes Handy sichergestellt. Die JVA-Bediensteten deponierten das Handy dann in einer Effektentasche. Anschließend wurde die Tasche verplombt und in einem Tresor der JVA eingeschlossen. Dort sollte es am Folgetag von der Polizei abgeholt werden. Als die Ermittler dann später das Handy auswerten wollten, stellten sie fest, dass alle Daten gelöscht waren.

Weitere angeklagte JVA-Beamtin akzeptiert das Urteil

In dem Prozess vor dem Amtsgericht hatte eine zweite angeklagte JVA-Beamtin gestanden, auf Bitten ihrer befreundeten Kollegin hin während ihres Nachtdienstes das sichergestellte Smartphone auf die Werkseinstellungen zurückgestellt zu haben, sodass die darauf befindlichen Daten gelöscht wurden. Das Gericht verurteilte die 27-Jährige, die selbst eine Liebesbeziehung mit einem zu lebenslanger Haft verurteilten Mann aus Hardegsen (Kreis Northeim) gehabt hatte, zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 50 Euro (insgesamt 6000 Euro). Sie erklärte noch im Gerichtssaal, dass sie das Urteil annehme.

Die 29-jährige Angeklagte hatte im Prozess vehement bestritten, ihre Kollegin zu der Löschung der Handydaten angestiftet zu haben. Die frühere JVA-Mitarbeiterin ist inzwischen mit dem einstigen Häftling, der später nach Rumänien abgeschoben wurde, verheiratet. Aktuell leben beide in Österreich. (pid)

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