Landrätin weist Vorstoß ihres Gegenkandidaten von FDP und CDU zuück

Grascha fordert Impfoffensive für den Landkreis Northeim

Eine Spritze wird mit Corona-Impfstoff aufgezogen.
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Eine Impfspritze wird aufgezogen: Möglichst schnell sollen viele Menschen der Impfung verbundenen Schutz erhalten.

Der FDP-Fraktionsvorsitzende im Kreistag und Landratskandidat von FDP und CDU. Christian Grascha, fordert eine deutliche Beschleunigung des Impfens im Landkreis Northeim.

Northeim – Mit einem Fünf-Punkte-Papier zu diesem Thema eröffnet er den Wahlkampf mit Landrätin Astrid Klinkert-Kittel.

Hier seine Forderungen mit Stellungnahmen der Kreisverwaltung und Klinkert-Kittel.

Die Forderungen:

- Um die Kapazitäten zu erhöhen, fordert der Liberale, im Impfzentrum eine weitere Impfstraße einzurichten. „Keinesfalls darf der Landkreis hier nur auf die Finanzierungszusage des Landes warten“, sagt Grascha. Der Landkreis müsse notfalls selbst eine zusätzliche Impfstraße mit dem entsprechendem Personal finanzieren.

Christian Grascha

-  Die Landrätin ist nach den Worten von Grascha gefordert, mit anderen Landkreisen sowie mit allen regionalen Mandatsträgern, Druck auf das Land zu erhöhen, den Verteilungsmechanismus der Impfstoffe zu ändern. Wenn insbesondere gefährdete Gruppen zuerst geimpft werden sollen, müsse sich dies auch bei der Verteilung auswirken. Angesichts des landesweit überdurchschnittlichen Altersschnitts der Bevölkerung würde dem Landkreis Northeim bei einem anderen Verteilungsschlüssel mehr Impfstoff zustehen.

-  Neben dem Impfzentrum in Northeim sollte ein weiteres in Einbeck eingerichtet werden.

-  Die Wartesituation am Impfzentrum in Northeim muss nach Graschas Worten verbessert werden. Im Außenbereich sollte eine Überdachung die Wartenden schützen.

-  Impfzentrum und Hausärzte sollten miteinander kooperieren. „Wenn in den nächsten Wochen deutlich mehr Impfstoff zur Verfügung steht, sollte ein klarer Schwerpunkt auf die Versorgung der Hausärzte und Betriebsärzte mit Impfstoff gelegt werden“, fordert Grascha.

Die Erwiderung

Die Landrätin bezeichnete die Forderungen von Grascha als PR-Aktion, „welche die tatsächlichen Sachverhalte offenkundig nicht berücksichtigt“.

Astrid Klinkert-Kittel

Das Problem seien nicht die fehlenden Impfkapazitäten, sondern die Impfstofflieferungen, bei denen zugesagte Lieferungen immer wieder kurzfristig gekürzt oder abgesagt würden, teilte Landkreis-Pressesprecher Dirk Niemeyer dazu mit.

Die Planung für die Impfstoff-Lieferung geht nach seinen Worten derzeit nur bis zum 19. April. Es würden keine größeren Impfstofflieferungen gelagert, weil das Team des Impfzentrums die vorhandenen Impfstoffe schnell verimpfe.

Sollten tatsächlich Ende April größere Impfstoffmengen eintreffen, könnten im Northeimer Impfzentrum weitere Impfstraßen in Betrieb genommen werden. Allerdings werde die vom Land anvisierte Spitzenlast für das Impfzentrum bereits mit der vorgesehenen Öffnung der zweiten Impfstraße erreicht.

Niemeyer verweist auf die Impfstrategie des Bundes. Danach sei vorgesehen, dass vordringlich die Hausärzte mehr Impfstoff erhalten sollen, wenn die Liefermengen steigen. Dann werde auch das Impftempo steigen.

„Der Norden unseres Landkreises besteht übrigens nicht nur aus Einbeck“, sagte die Landrätin zur Forderung nach einem Impfzentrum in der Bierstadt. Sowohl in Einbeck als auch in Bad Gandersheim gebe es Kliniken, die bei ausreichenden Impfstoff in das Impfen einbezogen werden könnten.

Nach Niemeyers Worten werden derzeit im Impfzentrum und von den mobilen Impfteams täglich 700 Menschen geimpft. In dieser Woche ist das Impfteam in Dassel im Einsatz. Nächste Woche soll es in Bodenfelde und Uslar tätig sein. (Olaf Weiss)

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