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Haltestellen-Ausbau im Kreis Northeim auf Eis

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Von: Axel Gödecke

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So wie die im April 2021 an der Northeimer Wallstraße eingeweihte Haltestelle sehen die umgebauten, barrierefreien Bushaltestellen aus.
So wie die im April 2021 an der Northeimer Wallstraße eingeweihte Haltestelle sehen die umgebauten, barrierefreien Bushaltestellen aus. © Axel Gödecke

Der barrierefreie Ausbau der Bushaltestellen im Landkreis Northeim durch den Zweckverband Verkehrsverbund Südniedersachsen (ZVSN) wird schleppender vorangehen als geplant.

Landkreis Northeim - Der Northeimer Kreisausschuss stimmte einer Aussetzung des Ausbauprogramms für das Jahr 2023 zu.

Grund ist laut ZVSN, dass sich die fürs kommende Jahr geplanten Umbauarbeiten, für die man in diesem Jahr beim Land entsprechende Zuschüsse beantragt hatte, durch den Ukraine-Krieg exorbitant verteuert haben. Der Verband könne die Preissteigerungen nicht auffangen.

Die dafür vorgesehenen Mittel werde man deshalb lieber zur Finanzierung der Verkehrsverträge einsetzten, um den Buslinienbetrieb, dessen Kosten ebenfalls enorm gestiegen seien, aufrecht zu erhalten.

In den Verkehrsverträgen mit den Busgesellschaften, die in den Landkreisen Northeim und Göttingen Linienverkehr betreiben, gebe es Preisgleitregelungen.

Durch die Verschiebung des Haltestellenausbaus in den beiden Landkreisen Northeim und Göttingen, dem der Northeimer Kreisausschuss kürzlich einstimmig zustimmte, würden sich die Gesamtkosten für diesen Aufgabenbereich von 5,4 Millionen Euro um rund drei Millionen Euro reduzieren, wobei sich der eingesparte Eigenanteil des ZVSN auf etwa 600 000 Euro beläuft.

Nicht betroffen von der Aussetzung der Umbaumaßnahmen – geplant war südniedersachsenweit die Modernisierung von insgesamt 98 Haltestellen – sind die im Landkreis Holzminden vorgesehenen Projekte. Der Grund: Im Kreisgebiet Holzminden wurden zum einen die Verkehrsverträge an die Busunternehmen gerade neu vergeben, sodass dort in diesem Jahr keine Preisgleitklausel greife und die Fördermittel voll für das Haltestellenprogramm verwendet werden können. Zum anderen ist laut ZVSN der Nachholbedarf beim barrierefreien Haltestellenausbau im Kreis Holzminden ungleich höher als in den beiden anderen Landkreisen, wo bereits 80 Prozent der Haltestellen ausgebaut sind.

18 Haltestelle im Landkreis Northeim betroffen

Von der Verschiebung des barrierefreien Ausbaus im Northeimer Kreisgebiet sind laut Kreis-Sprecherin Saskia Binnewies folgende Bushaltestellen betroffen:

In Katlenburg an der Harzstraße und an der Osteroder Straße, in Moringen an der Northeimer Straße, in Hammenstedt an der Kirche, in Northeim an der Gardekürassierstraße, an der Straße Schöne Aussicht sowie in Höckelheim Am Hasselberg.

Ebenfalls verschoben werden die Umbauten in Edemissen an der Drift, in Einbeck an der Bismarckstraße, an der Bachstraße, an der Beethovenstraße, an der Königsberger Straße, in Wellersen Ortsmitte, in Relliehausen Am Pferdekamp, in Schönhagen an der Mittelstraße, in Kammerborn an der Knickbornstraße, in Uslar an der Unterhütte und in Schoningen am Mittelweg.

Die nicht umgesetzten Maßnahmen, die für 2023 bei der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) für die Kreise Northeim und Göttingen beantragt waren, können laut Zweckverband im Programmjahr 2024 erneut beantragt werden.

Natürlich sei damit zu rechnen, dass bis 2024 die Baupreise weiter steigen, heißt es dazu weiter vom ZVSN. Der Zweckverband hoffe aber, dass dann auch entsprechend die Fördersumme der Landesnahverkehrsgesellschaft angehoben wird. Der Haltestellenumbau wird zu 75 Prozent von der LNVG gefördert. (Axel Gödecke)

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