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Northeimer Schüler schauen bei Handwerksolympiade in die Arbeitswelt

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Von: Fabian Diekmann

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Mit gutem Beispiel voran: Auszubildende Sabine Dahner von der BBS II macht den Schülern der Oberschule Northeim vor, wie man Muster in Haare flechtet.
Mit gutem Beispiel voran: Auszubildende Sabine Dahner von der BBS II macht den Schülern der Oberschule Northeim vor, wie man Muster in Haare flechtet. © Fabian Diekmann

Mehrere Ausbildungsbetriebe stellten den Schülern der Oberschule Northeim verschiedene Berufe vor

Northeim – Die Oberschule in Northeim richtete jüngst eine Handwerksolympiade für ihre Schüler aus. Dabei stellten mehrere Betriebe dem interessierten Nachwuchs verschiedene Ausbildungsberufe vor.

Einen Vormittag lang konnten Schüler der neunten Klasse sowohl Informationen über die Firmen und Berufe sammeln als auch Beispielaufgaben selbst ausführen. Lehrer Holger Krauß, einer der Organisatoren der Aktion, sagt, dass die Berufsorientierung in diesem Alter sehr wichtig sei. „Die Schüler kommen frisch aus ihrem dreiwöchigen Praktikum, und wir wollen ihnen noch mehr Input an Berufsorientierung geben. Nicht selten ist da auch der richtige Weg dabei.“ Dafür sei der praktische Vormittag als Ergänzung zu Berufsmessen gedacht.

An unterschiedlichen Stationen konnten die Schüler zum Beispiel mit einem Bagger arbeiten oder das Schweißen ausprobieren und im Wettbewerb gegeneinander antreten. Für Dennis Sommerfeld vom teilnehmenden Sanitärbetrieb Horst Medecke ist es wichtig, den Jugendlichen nicht nur die Betriebe vorzustellen, sondern sie generell für einen Handwerksberuf zu begeistern.

Viele Referenten berichten, dass junge Frauen in männer-dominierten Tätigkeiten wie dem Metallbau sehr gute Ergebnisse in den Praxisaufgaben erzielten und junge Männer auch für frauendominierte Berufe wie das Friseur-Handwerk zu begeistern waren. Leider würde diese Begeisterung oft zu Hause gestoppt, da sich viele Schüler für einen Verbleib in der Schule und ein anschließendes Studium entscheiden, da dies als zukunftssicherer angesehen werde. An vielen Stationen ist das zu erwartende Gehalt bei den Ausbildungsbetrieben die wichtigste Frage für die Schüler gewesen. Dachdecker Julian Burgmann vom Dachteam Bock glaubt, dass viele Jugendliche jedoch gut in Ausbildungsberufen aufgehoben seien, da sie ihre Stärken und Schwächen dort besser kennenlernen könnten als an der Universität.

Einige Schüler wie der Neuntklässler Joel sind sich schon lange sicher, eine Ausbildung machen zu wollen. Er erzählt, dass er Rettungssanitäter werden möchte und sich die Angebote anschaut, um eventuell vorher noch eine weitere Ausbildung zu machen, während er auf seinen 18. Geburtstag wartet. Ab dann darf er die Rettungssanitäter-Ausbildung beginnen. Mehrere Schüler bestätigen jedoch den Trend, dass sie an einem Studium interessiert sind und eine Ausbildung nur als Ausweg angesehen wird, wie ein Mitschüler von Joel berichtet.

Sowohl Krauß als auch Schulleiter Jens-Henning Schult planen, die Handwerksolympiade in den kommenden Jahren weiter auszubauen. Schult möchte in Zukunft nicht nur für Berufe, sondern gezielt für Ausbildungsplätze werben lassen, während Krauß hofft, im nächsten Jahr mehr ansprechende Betriebe für junge Frauen zu gewinnen. (fad)

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