Informationsveranstaltung im Dorfgemeinschaftshaus Wolbrechtshausen

Bürgerinitiative befürchtet Bau von 17 Windkraftanlagen rund um die Leineweber-Dörfer

Windkraftanlagen bei Teichern (Burgenlandkreis) in Sachsen-Anhalt.
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Eine Verspargelung mit Windkraftanlagen befürchtet die Bürgerinitiative Weitblick Leinetal rund um die Dörfer im Moringer Becken. Das Symbolbild zeigt Anlagen bei Teichern (Burgenlandkreis) in Sachsen-Anhalt.

Die Bürgerinitiative Weitblick Leinetal (BI) hat sich bei einem Informationstreffen vor rund 80 Zuhörern im Dorfgemeinschaftshaus Wolbrechtshausen entschieden gegen den Bau von Windkraftenergieanlagen im Moringen Becken und im Bereich zwischen Hevensen, Wolbrechtshausen, Parensen, Harste und Gladebeck ausgesprochen.

Wolbrechtshausen – In diesen als von der BI als Wind schwach eingestuften Arealen sollen nach den bislang bekannten Plänen 17 Anlagen gebaut werden, sagte Harald Oelkers (Parensen), sieben davon im südlichen Moringer Becken.

Die Windräder sollen in den Windfarmen Harste I und II Osterberg und im Moringer Becken entstehen. Außerdem komme noch der sogenannte „Weiße Fleck“ zwischen Gladebeck, Hevensen und Hardegsen für eine Bebauung in Frage. Die Bürgerinitiative kritisiert, dass nicht nur die Windräder die Lebensqualität der Bewohner des Leinetals verändern würden, sondern auch die projektierte 380-kV-Leitung zwischen Wahle und Mecklar und die Gleichspannungstrasse Südlink die Menschen belasten würden.

Bedroht seien unter anderem die Vorkommen des Rot- und Schwarzmilans, des Bussards sowie des Baum- und des Wanderfalken. Zu den weiteren betroffenen Arten zählen Weiß- und Schwarzstörche, Uhu, Feldlerche, Rebhuhn, Kolkraben, acht Fledermausarten, Feldhamster und d Feldmaus.

BI-Sprecher Sebastian Schalk (Parensen) rechnete damit, dass die heute üblichen Anlagen mit einer Nabenhöhe von 164 Metern, einer Gesamthöhe von rund 240 Metern und einem Rotordurchmesser von knapp 150 Metern installiert werden sollen. Die BI forderte die Anwesenden auf, zum Erörterungstermin für Bau der Windfarm Harste II am Donnerstag und Freitag, 8. und 9. Oktober, ab 10 Uhr im Sitzungssaal 018 der Göttingen Kreisverwaltung zu kommen, um dort die Bedenken zu formulieren. Nach Auffassung der BI sind Unterlagen der Umweltverträglichkeitsprüfung fehlerhaft.

Sebastian Schalk, Sprecher der Bürgerinitiative „Weitblick Leinetal“

Unter anderem seien Dokumente und Gutachten nicht vollständig, und es gäbe „grobe Fahrlässigkeiten“ bei der Zusammenstellung der Daten und Fakten“. Zudem fehlten Brandschutz - und Sicherheitskonzepte.

Die Sprecherin der Bürgerinitiative Moringer Becken, Dr. Martina Ohlmer, berichtete, dass die Investorin der sieben Anlagen im Moringer Becken inzwischen vorgeschlagen habe, die geplanten Anlagen, die nach Auffassung des Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz dort nicht hingehören (wir berichteten), mit Abschaltzeiten betrieben werden sollen, um die bedrohten Arten zu schützen.

Aus Umweltschutzgründen sei dies nicht zu vertreten, meint die BI. Darüber hinaus werde auch die Wirtschaftlichkeit der Anlagen in diesem Wind schwachen Gebiet weiter gemindert.

Die Bürgerinitiative plant eine weitere Info-Veranstaltung, weil wegen der Coronaauflagen nur 80 Zuhörer in den Saal des Dorfgemeinschaftshauses durften. Sebastian Schalk: „Wir mussten leider viele Interessenten wieder wegschicken.“ Hans-Peter Niesen

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