Revival-Party im September

Erinnerungen an Beat-Zeit: Blutjunger DJ legte in Oben-Ohne-Bar Platten auf

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Hardegser Heymatabend: So nennen Andreas Lindemeier (links) und Holger Roggemann die Revival-Party, die das Motto „Als der Beat nach Hardegsen kam“ trägt. Beide werden einiges aus der alten Zeit berichten. Die Musik steht natürlich im Mittelpunkt.

Hardegsen. Andreas Lindemeier und Holger Roggemann erinnern an die Hardegser Beat-Zeit in den 1960er-Jahren. Am 3. Septemner findet eine Revival-Party im Muthaussaal statt.

Hardegsen war mal eine richtige Party-Hochburg. Zugegeben, das ist 50 Jahre her. Aber damals in den 1960er-Jahren ging im kleinen Städtchen am Sollingrand musikalisch so richtig die Post ab. „Es gab sogar eine Oben-Ohne-Bedienung“, erinnert sich Andreas Lindemeier mit einem Schmunzeln.

In jungen Jahren: So sahen Holger Roggemann...

Der Hardegsen war einer der DJs, die für Stimmung in den Lokalen sorgten. Die Oben-Ohne-Bedienung hätte er sich gar nicht anschauen dürfen, denn Lindemeier (63 Jahre) war damals noch ein blutjunger Teenager. In der Tasche hatte er eine von seinen Eltern unterschriebene Bescheinigung, dass er trotz seiner jungen Jahre als Discjockey arbeiten durfte.

Lange Haare, kurze Röcke 

...und Andreas Lindemeier damals als DJs aus.

Holger Roggemann (64) war ebenfalls als DJ in Hardegsen unterwegs. Beide zusammen wollen jetzt an diese Zeit erinnern, als lange Haare, kurze Röcke und Getränke wie Cola-Rum einfach dazu gehörten. „Als der Beat nach Hardegsen kam“ lautet das Motto der Veranstaltung, die am Samstag, 3. September, ab 20 Uhr im Muthaussaal unter der Regie der Stadt und des Hardegser Sportvereins stattfindet.

Nur zu gerne erinnern sich beide an den legendären „Fuchsbau“, die „Postkutsche“ und den „Old Crow Club“ - allesamt äußerst beliebte Treffpunkte der jungen Generation, wo zu neuster Beatmusik getanzt wurde.

Legendärer „Fuchsbau“ 

Das Kellerlokal „Fuchsbau“ wurde 1963 unter der einstigen Post an der Bahnhofstraße von Dieter Axthelm eröffnet. Die Musik kam anfangs noch aus einer Musikbox. „Das war mehr ein Rock’n’Roll-Schuppen oder eine Bierkneipe“, sagt Lindemeier. Ab 1968 legte „Andi“ dort Platten auf und moderierte fleißig dazu. Das Lokal hatte mit dem Ehepaar Rode einen neuen Besitzer bekommen und auch einen neuen Namen. Der Beatschuppen hieß jetzt „Postkutsche“.

Die Discothek „Old Crow Club“ stand unter der Regie von Rainer Koch. Dort sorgte Holger Roggemann für heiße Rhythmen. Er erinnert sich genau wie Lindemeier, dass damals sehr gern „Kuschelmusik“ gespielt wurde, bei der sich die Damen und Herren und vor allem die Jugendlichen eng umschlungen näher kamen.

Teenie-Disco am Sonntag 

Der „Old Crow Club“ lag nur ein paar Schritte vom Bahnhof entfernt. „Wenn sonntags ab 14 Uhr Teenie-Disco angesagt war, kamen die Jugendlichen scharenweise mit dem Zug nach Hardegsen und standen schon vor der Öffnung Schlange vor der Tür“, berichtet Holger Roggemann. Auch in der Postkutsche gab’s am Sonntagnachmittag eine Jugend-Disco. In dieser Zeit traten die legendären „Blue Moons“ aus Göttingen in der „Postkutsche“ auf.

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