Bürgermeister Kaiser: „Drei-Kronen-Areal ist ein Filet-Stück“

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Seit 100 Tagen im Amt: Bürgermeister Michael Kaiser.

Hardegsen. Seit 100 Tagen ist Michael Kaiser Bürgermeister der Stadt Hardegsen. Im HNA-Interview zieht er eine erste Bilanz und verrät seine Ziele für die Zukunft.

Herr Kaiser, sind Sie als Bürgermeister in Hardegsen schon angekommen?

Michael Kaiser: Ja, das kann man so sagen. Von den Kolleginnen und Kollegen wurde ich sehr freundlich aufgenommen, sodass in kürzester Zeit eine sehr angenehme, vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit entstanden ist. Auch mit den Ratskollegen pflege ich einen ebenso offenen wie vertrauensvollen Umgang. Gefreut habe ich mich darüber, dass die Bürgerinnen und Bürger mir vom ersten Tag an in vielen Gesprächen ihr Vertrauen entgegengebracht haben und mich für die sie bewegenden Themen sensibilisiert haben.

Wie lautet Ihre Bilanz über die ersten 100 Tage im Amt? 

Kaiser: Ich konnte mir in kurze Zeit bereits einen guten Überblick über die Verwaltung und die wichtigen Aufgaben der Stadt Hardegsen verschaffen und erste Akzente setzen. Aktuell befinden wir uns in den Beratungen zum Haushalt 2015, und ich bin zuversichtlich, dass wir in Kürze einen ausgeglichenen Ergebnishaushalt verabschieden können.

Welches sind nach Ihrer Einschätzung derzeit die wichtigsten „Baustellen“ in Hardegsen?

Kaiser: Als wichtigstes Ziel sehe ich momentan die Fortsetzung der Innenstadtsanierung. Und hier insbesondere die Neugestaltung des Drei-Kronen-Areals, das ein Filetstück der Stadt ist. Ich könnte mir vorstellen, dort innenstadtnahen Wohnraum mit ergänzenden Dienstleistungen zu schaffen. Weitere wichtige Themen sind der Flächennutzungsplan zur Steuerung von Windenergieanlagen, die Breitbandversorgung, der Erhalt der Infrastruktur und die Entwicklung der Ortschaften.

Braucht Hardegsen zusätzlichen Wohnraum trotz rückläufiger Einwohnerzahlen? 

Kaiser: Ja, in der zentralen Lage, denn ich bin von vielen älteren Bürgerinnen und Bürgern darauf angesprochen worden. Viele Wohngebiete in Hardegsen befinden sich in Hanglagen, was gerade für ältere Menschen ein zunehmendes Problem werden kann. Ich glaube, dass es da einen Bedarf gibt.

Wie stellen Sie sich die Zukunft der Burg Hardeg vor?

Kaiser: Das wichtigste ist im Moment, ein Nutzungskonzept für die Burganlage zu erarbeiten, wobei hier die Aspekte des Denkmalschutzes und des Brandschutzes berücksichtigt werden müssen. Nur wenn es gelingt, in Zusammenarbeit mit der Kulturinitiative ein schlüssiges Konzept für die langfristige Nutzung zu formulieren, macht es Sinn, Förderanträge zu stellen.

Und wie sieht es mit dem Wildpark aus?

Kaiser: Der hat sich in den vergangenen Jahren als absoluter Besuchermagnet erwiesen. Park und Gaststätte Keilereck ergänzen sich hervorragend, aber ich bin davon überzeugt, dass das Ganze noch ausbaufähig ist. Bevor man da aber in großem Stil investiert, sollte erst einmal die Grundkonzeption des Parks überdacht und gegebenenfalls weiterentwickelt werden.

Sie haben dazu aufgerufen, dass sich die Bürger an den politischen Entscheidungsprozessen beteiligen sollen. Wie möchten Sie das erreichen? 

Kaiser: Ich habe stets ein „offenes Ohr“ und bereits die Einrichtung eines Arbeitskreises „Kultur und Tourismus“ vorgeschlagen, der sich mit den verschiedenen Themen beschäftigen und hierfür offene Arbeits- und Projektgruppen bilden soll. In der Stadtverwaltung habe ich dafür bereits ein neues Sachgebiet eingerichtet.

An welche Themen denken sie da? 

Kaiser: Neben der Burganlage und dem Wildpark könnte ich mir vorstellen, dass sich dieser Arbeitskreis mit der Gastronomie und Beherbergung, den Märkten, dem Rad- und Wandertourismus sowie den Feierlichkeiten anlässlich des 1000-jährigen Bestehens der Stadt Hardegsen beschäftigt.

Ihr Amtsvorgänger wohnt in Hardegsen. Haben sie das auch vor? 

Kaiser: Ja, ich beabsichtige, mir in Hardegsen einen Wohnsitz zuzulegen. Konkret suche ich eine geeignete Eigentumswohnung, was sich allerdings als nicht ganz einfach erweist.

Vielleicht ergibt sich da ja was, wenn sich tatsächlich direkt nebenan im Bereich Drei Kronen was tut? 

Kaiser (lacht): Schon möglich, aber vermutlich eher nicht. Meine Arbeit als Bürgermeister macht mir großen Spaß, und ich komme jeden Tag sehr gerne ins Hardegser Rathaus, aber ich muss es nicht unbedingt von meiner Wohnung aus sehen können.

Von Niko Mönkemeyer

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