Offener Brief zu geplantem Neubau

BUND kritisiert Pläne für neuen Aldi-Markt in Hardegsen

Aldi-Markt Hardegsen
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Der Aldi-Markt Hardegsen soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden.

An den Plänen für einen neuen Aldi-Markt in Hardegsen gibt es Kritik

Hardegsen – Der Abriss des bestehenden Hardegser Aldi-Marktes und der Bau eines gerade mal 285 Quadratmeter größeren Ersatzgebäudes ist vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung des Klimas „verantwortungslos und zynisch“.

Diese Auffassung vertritt die BUND-Kreisgruppe Northeim in einem offenen Brief an den Rat der Stadt Hardegsen.

Wer glaube, mit dem Argument „alles weit weg, Augen zu und durch“ von den Folgen des Klimawandels verschont zu bleiben, liege falsch, sagt Jürgen Beisiegel von der BUND-Kreisgruppe. „Haben sich Planer und Entscheidungsträger eigentlich mal errechnen lassen, mit wie viel CO2-Belastung der Abriss und Neubau des Aldi-Marktes zu Buche schlägt und wie viel Ressourcen an Baustoffen sowie deren Klimabilanz notwendig sein werden?“, fragt er. „Auch wenn ein Verzicht auf das Projekt das Klima nicht retten wird, sollten wir in Anbetracht der Klimakrisenfolgen doch alle kritisch die Maxime des ständigen Wachstums, das allgemeine Konsumverhalten und weiter steigende Produktionen hinterfragen.“ Eine Aufgabe der Neubaupläne wäre aber ein positives Zeichen, den Ernst der Lage und die Zusammenhänge des Klimawandels realisiert zu haben, ist Beisiegel überzeugt. Neben bundesweiten allgemeinen Maßnahmen zum Klimaschutz müssten auch alle kommunalen Projekte in Bezug auf ihre Klimarelevanz kritisch bewertet und eventuell unterlassen werden.

Die mit dem geplanten Bauwerk im Überschwemmungsgebiet verbundenen partiellen Eingriffe in den Retentionsraum der Espolde durch Überbauung und Abgrabungen sowie die Beseitigung von Gehölzen seien aus Umwelt- und Naturschutzgründen aber auch im Hinblick auf den Hochwasserschutz abzulehnen, betont Beisiegel.

Was den Hochwasserschutz betreffe, bedürfe es eines neuen Gesamtkonzeptes, um bei Starkregenereignissen, die aus den angrenzenden Tälern durch Hardegsen abfließenden Wassermassen beherrschbar zu machen und Katastrophen zu verhindern, meint Beisiegel. Hierzu seien Retentionsflächen und Rückhaltebecken zu schaffen oder zu verändern.

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