Auf die Stadt kommen Sanierungskosten zu

Der Burgfelsen in Hardegsen bröckelt

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Burg Hardeg: Mauerreste haben sich gelöst. Eine Absicherung - wie bisher - nur mit einem Bauzaun reicht nun nicht mehr aus. 

Hardegsen. Die Stadt Hardegsen muss sich mit beträchtlichen Schäden an ihrer Burg Hardeg auseinandersetzen und hat mit ersten Sicherungsmaßnahmen und Absperrungen reagiert.

Darauf wies Bürgermeister Michael Kaiser in der jüngsten Ratssitzung hin. Betroffen sind der so genannte Küchengarten auf dem Burgsockel mit Mauerresten im oberen Bereich des Kurparks, Wände der ehemaligen Brennerei und der Rüstkammer.

Dem Burgfelsen haben Frost und Niederschläge so zugesetzt, dass sich Felsbrocken aus dem natürlichen Gestein und einzelne Steine aus den Mauerresten gelöst haben. Zusätzlich haben Durchwurzelungen den Bereich geschädigt.

Bei einer Ortsbesichtigung unter anderen mit Vertretern des Denkmalschutzes, der Kreisarchäologie und Geotechnik-Ingenieuren bestand Übereinstimmung, dass Bauzäune alleine als Schutz vor unter Umständen herabstürzendem Gestein nicht ausreichen.

Michael Kaiser: „Kurzfristig kämen Abstützungen durch Holzbalken, Bohlen et cetera in Betracht, um Gesteinsüberhänge zu stützen.“ Darüber hinaus könne eine keilförmige Stützschüttung aus Schotter am Fuß der Böschung/Felsen den Bereich provisorisch schützen.

Zusätzlich solle an der Sohlfläche ein so genanntes Geogitter in die Schotterschüttung eingelegt und hinter der Böschungsoberkante mit Erdnägeln befestigt werden. Zuvor soll es aber eine Bestandsaufnahme der Bauwerksreste und Felsstrukturen geben. Zudem soll auf dem Plateau des Küchengartens eine so genannte Schürfe angelegt werden, um zu erkunden, wo Wasser eindringen kann und wie die Wände und Gesteinsblöcke beschaffen sind.

Ziel sei der Bau von kontrollierter Ableitungen des Wassers sowie eine Abdichtung der Plateauflächen und der Mauerkronen.

Einsturzgefährdet scheint zudem eine Wandecke der ehemaligen Brennerei. Gegenwärtig verdecken dort noch Büsche die Schäden. Zur Sicherung des öffentlichen Weges und des Außenspielbereichs des Kindergartens mit Krippe des evangelisch-lutherischen Kindergartens soll ein Verbau errichtet werden, der abstürzende Wandteile aufhalten könne.

In der Rüstkammer (Waffenkammer) kommt es zudem zu einer Neigung der Südwand mit klaffenden Rissbildungen am Gewölbekopf und in der Außenwand. Die Risse haben sich augenscheinlich vergrößert.

„Als Ursache für die abkippende Schildwand werden Gründungsprobleme vermutet“, sagte Kaiser weiter.

Zur Sicherung seien Rückverankerungen und Abstützungen erforderlich. Kaiser: „Das Betreten der Rüstkammer, insbesondere bei Burgführungen, wird ab sofort untersagt.“

Angaben über die zu erwartenden Kosten machte der Bürgermeister noch nicht.  

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