Lockdown stört Geschäft mit Weihnachtsgänsen

Corona nervt Geflügelhalter im Landkreis Northeim

Gerrit Korengel vor seinem Hofladen in Hardegsen mit einer Gans auf dem Arm
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Für die Vermarktung seiner Gänse muss sich Gerrit Korengel im altuellen Lockdown nach anderen Möglichkeiten umschauen, denn Restaurants und Hotels fallen als Großkunden aus.

Restaurants und Hotels fallen derzeit für Geflügelhalter als Großabhnehmer aus.

Northeim/Hardegsen – Seit Oktober grassiert die Geflügelpest im nördlichen Niedersachsen. Doch das ist in diesen Tagen für Geflügelhalter im Landkreis Northeim nicht das größte Problem. Sie müssen vielmehr mit den Folgen des erneuten Lockdowns zurechtkommen, der ihnen einen Strich durch das Weihnachtsgeschäft gemacht hat.

Auch Gerrit Korengel, der auf seiner Wiese am Ortseingang von Hardegsen 200 Gänse und 150 Enten hält, sieht seinen Betrieb durch die Geflügelpest derzeit nicht in Gefahr, auch wenn die sich inzwischen von der Nordseeküste aus schon bis ins Nienburger Land ausgebreitet habe. „Die Krankheit wird durch den Vogelzug übertragen, und der ist hier in Hardegsen zum Glück kein Thema“, sagt Korengel.

Die Folgen des Lockdowns bekomme sein Betrieb hingegen deutlich zu spüren, so der 37-Jährige, der 2018 den Hof von seinen Eltern übernommen hat. „Das Weihnachtsgeschäft mit der Gastronomie ist fast komplett ausgefallen“, beschreibt er die aktuelle Situation.

Angesichts der langjährigen Kontakte habe er aber schon zu Beginn der Krise den Restaurants und Hotels, die er sonst in der Weihnachtszeit beliefert, mitgeteilt, dass diese sich keinesfalls verpflichtet fühlen müssten, ihm Geflügel abzunehmen. „Wir müssen einfach akzeptieren, dass in diesem Jahr alles anders ist und wir nach anderen Möglichkeiten der Vermarktung suchen müssen“, so Korengel.

Er sei inzwischen zuversichtlich, dass das gelingen wird. „Weil die Restaurants geschlossen sind und Betriebsweihnachtsfeiern nicht im üblichen Rahmen stattfinden, gibt es mittlerweile viele Firmen, die ihren Mitarbeitern stattdessen Gutscheine zur Verfügung stellten, die sie bei uns einlösen können.“

Insgesamt hat laut Korengel die Corona-Pandemie aber dazu beigetragen, dass die ohnehin schon gestiegene Nachfrage nach regionalen landwirtschaftlichen Produkten wie Geflügel noch größer geworden ist.

Auch Chris Steckel, der auf dem Northeimer Wochenmarkt einen Verkaufsstand betreibt und jetzt in Gladebeck den Geflügelhof seines Vaters übernommen hat, kann bestätigen, dass sich dieser Trend verstärkt hat. Er geht ebenfalls davon aus, dass er die jetzt fürs Weihnachtsgeschäft eingebrochene Nachfrage seitens der gastronomischen Betriebe dadurch ausgleichen kann.

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