33-Jähriger hat sich umgebracht

Der Mörder von Hardegsen ist tot

Justizvollzugsanstalt Rosdorf: In diesem Gebäude auf dem Gelände der JVA sind die Sicherungsverwahrten untergebracht.
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Justizvollzugsanstalt Rosdorf: Von hier wurde der 33-jährige Hardegser nach Wolfenbüttel verlegt.

Der Hardegser, der im August 2016 seine damals 23-jährige Ex-Freundin in Hardegsen mit Messerstichen ermordet hat, hat sich vor wenigen Tagen in der Justizvollzugsanstalt Wolfenbüttel das Leben genommen.

Hardegsen/Göttingen - Das hat Oberstaatsanwalt Andreas Buick, Sprecher der Staatsanwaltschaft Göttingen, auf HNA-Anfrage bestätigt.

Der 33-Jährige, der im Oktober 2017 vom Landgericht Göttingen zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden war, war in der vorigen Woche aus der JVA Rosdorf in die JVA Wolfenbüttel verlegt worden, nachdem ein Liebesverhältnis mit einer 25-jährigen Mitarbeiterin der JVA Rosdorf aufgeflogen war.

Kurz nach der Verlegung hatte der 33-Jährige Suizid begangen. Über die weiteren Hintergründe gibt es keine Informationen.

Mörder von Hardegsen ist tot: Verhältnis mit Gefängnismitarbeiterin

Aufgeflogen war das Verhältnis, weil die 25-Jährige quasi als Gefallen für eine 28-jährige Kollegin Daten von einem in einer anderen Sache beschlagnahmten Handy gelöscht hatte, so Oberstaatsanwalt Buick weiter.

Das Telefon war bei einer Zellenkontrolle eines 28-jährigen, ehemaligen JVA-Insassen aus Rumänien gefunden worden. Mit diesem hatte wiederum die 28-jährige JVA-Bedienstete ein Verhältnis angefangen. Diese Frau hatte das Handy laut Buick für ihren Freund in die JVA geschmuggelt.

Der 28-jährige Rumäne saß unter anderem wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern sowie sexueller Nötigung in Tateinheit mit sexuellem Missbrauch von Schutzbefohlenen in der JVA Rosdorf ein. Inzwischen wurde er in sein Heimatland abgeschoben.

JVA-Bedienstete soll verdächtige Daten von Smartphone gelöscht haben

Nach der Beschlagnahmung des Telefons hatte der 28-jährige Rumäne seiner Freundin gesagt, dass auf dem Telefon Daten seien, die ihm großen Ärger machen könnten, berichtete Oberstaatsanwalt Buick.

Der Mann habe die 28-Jährige gebeten, „doch irgendetwas zu unternehmen“. Die Frau habe daraufhin ihre 25-jährige Kollegin ins Vertrauen gezogen, die dann in das Büro der JVA gegangen sei und sämtliche Daten von dem Smartphone gelöscht habe.

Verhältnis zwischen Mörder und JVA-Bediensteter flog auf

Das Telefon sollte laut Buick am nächsten Tag von der Polizei für weitere Ermittlungen abgeholt werden.

Als diese Tat aufgeflogen sei, sei auch das Verhältnis zwischen der 25-Jährigen und dem Mörder von Hardegsen ans Tageslicht gekommen. Laut Buick wurden daraufhin die beiden JVA-Bediensteten sofort entlassen, der 33-Jährige nach Wolfenbüttel verlegt und der Rumäne, der bereits einen Teil seiner Haftstrafe abgesessen hatte, von der Stadt Göttingen nach Rumänien abgeschoben.

Gegen die 25 und 28 Jahre alten Ex-JVA-Mitarbeiterinnen wird ermittelt. Wegen des Suizids des Hardegsers in der JVA Wolfenbüttel hat die zuständige Staatsanwaltschaft Braunschweig ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet, so Oberstaatsanwalt Andreas Buick.

Beileidsbekundungen: Auf der Hardegser Stubenstraße gedachten Angehörige 2016 der ermordeten 23-Jährigen.

Mord in Hardegsen: Ex-Freundin mit elf Messerstichen getötet

Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Göttingen hatte den 33-Jährigen im Oktober 2017 für schuldig befunden, seine Ex-Freundin mit elf Messerstichen getötet zu haben. Der 30-Jährige habe nicht hinnehmen wollen, dass die 23-Jährige sich von ihm getrennt hatte, und sie heimtückisch und mit „völlig überschießender Gewalt“ mit einem Klappmesser angegriffen.

Die 23-Jährige war nach der Messerattacke noch rund 80 Meter die Straße entlang gelaufen und dann vor einem Wohnhaus zusammengebrochen. Sie verstarb rund drei Stunden später im Krankenhaus.

Der damals 30-jährige Ex-Freund hat die Tat stets bestritten. Das Urteil des Landgerichts Göttingen wurde jedoch in der Revision durch den Bundesgerichtshof bestätigt. (kat)

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