"Das Runde muss ins Kettige"

Disc-Golfer suchen Fläche im Landkreis Northeim

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So geht’s: Nicole Hüpeden, Maya Erdmann und Michael Hüpeden zeigen im Hardegser Kurpark, wie Disc-Golfen geht. Bei echten Wettkämpfen zielen die Turnierteilnehmer allerdings nicht gleichzeitig auf die Fangkörbe. Hier handelt es sich um einen mobilen Korb. Gesucht wird allerdings ein Areal, auf dem solche Körbe fest installiert werden können.

Hardegsen. Wenn Nicole und Michael Hüpeden ihrem sportlichen Hobby nachgehen möchten, müssen sie weite Anfahrten in Kauf nehmen, denn sie sind seit fünf Jahren begeisterte Disc-Golfer, und in der Region gibt es keinen geeigneten Parcours mehr.

Der nächstgelegene Platz befindet sich in Calden. Das heißt, sie müssen etwa eine Stunde fahren, um trainieren zu können.

„Das Runde muss ins Kettige“, bringt Michael Hüpeden schmunzelnd das Konzept fürs Disc-Golfen auf den Punkt. Bei der in den 1970er- Jahren in den USA entwickelten Sportart geht es darum, einen Kurs von meist 18 Bahnen mit möglichsten wenigen Würfen zu absolvieren. Von einer festgelegten Abwurfzone aus wirft der Spieler die Scheibe in Richtung eines Fangkorbs aus Metall. Von dort aus, wo die Scheibe landet, darf der Spieler erneut werfen, bis diese schließlich im Fangkorb versenkt ist.

Im vergangenen Jahr konnten Nicole und Michael noch den Disc-Golf-Park auf dem Gelände des ehemaligen CVJM-Heims in Dassel nutzen, der 2002 dort errichtet worden war und auf dem 2010 sogar die Deutsche Meisterschaft ausgetragen wurde. Doch nach dem Verkauf der Einrichtung steht dieser Platz nicht mehr zur Verfügung.

Das bedauern alle Disc-Golfer aus der Region, darunter auch Maya Erdmann, die in Moringen wohnt, aber aus Dassel stammt und dort bereits vor fast 15 Jahren im dortigen Verein mit dem Disc-Golfen begonnen hat. „Es wäre schade, wenn wir hier im Landkreis Northeim keine neue Fläche für unseren Sport finden“, sagt sie. „Denn Disc-Golf ist eine Sportart, die generationenübergreifend betrieben werden. Ein entsprechender Parcours könnte auch zum Beispiel von Schulen im Rahmen des Sportunterrichts genutzt werden.“

„Wir haben uns schon an mehrere Städte und Gemeinden oder andere Eigentümer großer Flächen gewandt, aber bislang gab es entweder überhaupt keine Reaktion oder leider nur Absagen“, berichtet Nicole Hüpeden.

Sie gibt zu bedenken, dass sich viele Orte, an denen es Disc-Golfanlagen gibt, über die damit verbundene Förderung der Übernachtungszahlen freuen. „Zum einen reisen viele Turnierteilnehmer schon ein paar Tage vorher an, um den Parcours kennenzulernen und zum anderen kehren sie oft dorthin zurück, um ihren Urlaub da zu verbringen.“

„Wir selbst haben dadurch in Kellenhusen an der Ostsee und in Altenau im Harz schon Urlaub gemacht, und demnächst werden wir nach Olsberg im Sauerland fahren“, ergänzt ihr Mann Michael.

Wer den Disc-Golfern aus der Region bei ihrer Suche nach einem geeigneten Platz behilflich sein kann, wird gebeten, sich bei Nicole und Michael Hüpeden per E-Mail an discgolf@huepeden-online.de zu melden.

Hintergrund: Gelände mit Bäumen und Büschen gesucht

Benötigt wird eine möglichst großen Fläche, auf der es einige Bäume und Büsche gibt und auf der das Anlegen von Abwurfzonen und die Installation fest verankerter Fangkörbe möglich wäre. Für die Pflege und Wartung der Anlage würden die Disc-Golfer selbst sorgen. 

Die Anzahl der Körbe ist laut Reglement variabel und darf zwischen einem und 22 Körben liegen. Die Bahnen müssen mindestens 40 Meter lang sein und dürfen maximal eine Länge von 250 Metern haben. 

In Deutschland gibt es derzeit etwa 100 fest installierte Anlagen, darunter etwa 70, die öffentlich zugänglich sind.

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