Ende der Busbeförderung für Kindergartenkinder in Hardegsen

Kritisieren das Ende der Busbeförderung von Kindergartenkinder: Edith Eva (links) mit Felicitas und Daniela Wawerek-Gippert mit Hanna. Foto: Niesen

Hardegsen. Nach 36 Jahren schafft die evangelisch-lutherische Kindertagesstätte Hardegsen ihren Hol- und Bringdienst zwischen der Grundschule und der Kita ab.

Grund dafür ist eine „Aufsichtslücke“, die zu Haftungsproblemen führen kann. Die Eltern der sieben betroffenen Kinder aus Lutterhausen, Hevensen, Trögen-Üssinghausen, Ellierode und Ertinghausen sind über den kurzfristigen Schritt enttäuscht und stehen jetzt vor der Frage, wie sie ihre Kinder aus den Ortsteilen in die Kita transportieren können.

Die Krankenschwester Daniela Wawerek-Gippert aus Lutterhausen sagt klipp und klar: „Ich arbeite im Schichtdienst und bin auf eine sicheren Transport meiner Tochter Hanna hin und zurück zur Kita angewiesen. Ich kann das Hinbringen und Abholen nicht anders organisieren.“ Erzieherinnen Edith Eva aus Hevensen äußert sich ähnlich. „Wir sind aufs Dorf gezogen, weil es diesen Service gibt.“

Bisherige Praxis ist, dass die betroffenen Familien ihre Kinder zu den Schulbushaltestellen in ihren Dörfern bringen. Dort steigen sie in den Bus, mit dem sie bis zur Grundschule in Hardegsen gebracht werden. Dort werden sie von Erzieherinnen der Kita abgeholt und bis zur Kita begleitet. Nach Hause geht es auf dem gleichen Weg.

Die erste Vorsitzende des Kindertagesstättenverbandes Leine-Solling, Pastorin Gerken-Heise, als Träger der Kita in Hardegsen begründete die Abschaffung des lieb gewordenen Service in einem Brief an die Eltern. Dort heißt es: „Durch die unbegleitete Busfahrt der Kindertagesstättenkinder entsteht eine Aufsichtslücke, die gegebenenfalls zu einer Aufsichtspflichtverletzung führen kann, da keine Übergabe an einen Sorgeberechtigten stattfindet. Eine schriftliche Erklärung der Eltern, dass ihre Kinder ohne Aufsicht in Bussen des öffentlichen Nahverkehrs mitfahren, befreit weder den Träger des Busverkehrs noch den Träger der Kindertagesstätte und dessen Mitarbeitende von einer etwaigen straf- und zivilrechtlichen Haftung.“

Die Vorsitzende weist auch darauf hin, dass der bisherige Busdienst nirgendwo geregelt sei und der Kindertagesstättenordnung widerspreche.

Um den Eltern entgegenzukommen, wird jetzt geprüft, ob bis zu den Sommerferien zusätzliche Betreuungszeiten eingerichtet werden können.

Die betroffenen Familien stehen vor großen Problemen. „Das Abholen und Bringen hat immer reibungslos funktioniert“, sagte Daniela Wawerek-Gippert. Sie würde sich auch an der Finanzierung einer Extra-Transportmöglichkeit beteiligen. Hardegsens Gemeindepastor Bernd Ranke sagte, dies sei jedoch zu teuer. Bis zu den Sommerferien würde allein dieser Transport rund 4000 Euro kosten. (zhp)

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