Ratsfrau Angela Spangenberg (FBL) fordert Öffnung

Wildpark Hardegsen bleibt weiterhin geschlossen

Zwei Wildschweine im Winter hinter dem Zaun eines Geheges
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Der Wildpark Hardegsen wäre während des Winterwetters der vergangenen Tage sicher ein beliebtes Ziel für Spaziergänger gewesen. Aufgrund der Coronabestimmungen ist der Park aber für Besucher geschlossen. ARCHIV

Streit um Wildparköffnung hat Auswirkungen auf Hardegser Lokalpolitik

Hardegsen – Ist der Wildpark Hardegsen ein Tierpark oder eine Parkanlage? Diese Frage hat der FDP-Landtagsabgeordnete Christian Grascha im Zusammenhang mit der Corona-Verordnung an den Landkreis Northeim gerichtet. Ebenso wie seine Parteikollegin und Hardegser FBL-Ratsfrau Angela Spangenberg spricht sich Grascha dafür aus, die Öffnung des Hardegser Wildparks zu ermöglichen.

In der aktuellen Verordnung sei zwar geregelt, dass Tierparks derzeit geschlossen bleiben müssten, so Grascha. Allerdings sei nicht klar definiert, nach welchen Kriterien ein Tierpark von einer städtischen Parkanlage unterschieden werde.

Der Aufenthalt an der frischen Luft und Spaziergänge seien gesundheitsfördernd, und mit einem entsprechenden Hygienekonzept sollte auch der Hardegser Wildpark wieder öffnen können, zumal er für Familien „tolle Möglichkeiten“ biete, ist Grascha überzeugt.

„Einschränkungen müssen immer nachvollziehbar und begründet sein“, ergänzt Angela Spangenberg. Sie habe mehrere entsprechende Anfragen von Bürgern bekommen, die die aktuelle Schließung nicht nachvollziehen können.

Nicht nachvollziehen kann hingegen Hardegsens Bürgermeister Michael Kaiser, dass die Hardegser Ratsfrau sich in dieser Angelegenheit nicht zunächst einmal an die Stadt Hardegsen gewandt hat. Schließlich betreibe die den Wildpark. Er habe nur durch Zufall davon erfahren und bedauere, dass man öffentlich eine Öffnung fordere, ohne die Meinung der Stadt Hardegsen einzuholen, sagte Kaiser auf HNA-Anfrage.

Die Klärung der Rechtsfrage, ob der Wildpark als Tierpark gelte, sei aber richtigerweise an den Landkreis adressiert. Der werde diese Frage nun mit der Landesebene klären. Bislang habe es aber bei allen Austauschen mit dem Landkreis zum Thema Corona-Beschränkungen keinen Zweifel daran gegeben, dass der Wildpark als Tierpark gelte, so Kaiser. Insofern bleibe der Park nach gegenwärtiger Rechtsauffassung bis zum 7. März weiterhin geschlossen.

Diese Auffassung hat der Landkreis inzwischen noch einmal bestätigt. Gemäß des Bundesnaturschutzgesetzes und der EU-Zoorichtlinie handele es sich beim Wildpark Hardegsen im rechtlichen Sinne um einen Zoo, weil die dort Wildtiere zwecks Zurschaustellung gehalten werden, heißt es dazu in einer Mitteilung des Landkreises.

Die Bezeichnung Wildpark lasse lediglich Rückschlüsse über die dort gehaltenen Tiere zu, habe aber für die Einordnung der Einrichtung keine Bedeutung, geht Landkreis-Pressesprecher Dirk Niemeyer auf die von Grascha und Spangenberg erhobene Forderung ein. Die Entscheidung der Stadt Hardegsen, den Park aktuell geschlossen zu halten, sei daher richtig.

Das gemeinsame Vorgehen des FDP-Landtagsabgeordneten und der Hardegser FBL-Ratsfrau in Sachen Wildpark hat inzwischen Auswirkungen auf die Hardegser Lokalpolitik, denn nach der Kommunalwahl wird es keine Zusammenarbeit mehr zwischen FBL und FDP geben.

Die Liberalen hätten bereits nach einer Wahlperiode die Zusammenarbeit beendet, teilte Patrick Korengel, Vorsitzender der FBL-Gruppe im Hardesger Rat, mit. Aus diesem Grund distanziere man sich ausdrücklich von den „Alleingängen des Ehepaars Spangenberg aus Hevensen“. Korengel erhebt in diesem Zusammenhang den Vorwurf, die FDP versuche kurz vor der Wahl noch schnell ein eigenes Profil zu gewinnen.

„Das geht aber nicht auf Kosten der Gesundheit der Besucher des Wildparks“, betont Korengel. Daher fordere die FBL Frau Spangenberg auf, sich mit ihrem Ratsmandat wieder auf die gemeinsamen Positionen der FBL und nicht auf die FDP zu konzentrieren.

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