Brückenschlag in die Vergangenheit

Forscher veröffentlichen Buch über Inschriften im Landkreis Northeim

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Vorgestellt: Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (von links) erhielt von Autor Dr. Jörg Lampe das erste Exemplar des Innenschriften-Buches. Zu sehen sind auch Dr. Christine Wulf, Professor Dr. Jens Peter Laut, Professor Dr. Arnd Reitemeier und Michael Heinrich Schormann.

Hardegsen. „Das ist ein Brückenschlag in die Vergangenheit", lobte Northeims Landrätin Astrid Klinkert-Kittel bei der Präsentation des Buches „Die Inschriften des Landkreises Northeim".

150 Gäste waren dabei, als der 96. Band aus der Reihe der Deutschen Inschriften im Muthaus der Stadt Hardegsen vorgestellt wurde. Der Ort am Solling-rand war im Mittelalter wie andere kleine Städte bedeutend, weil er Residenzort war.

In dreieinhalbjähriger Arbeit hatte Dr. Jörg Lampe zusammen mit seiner Kollegin Dr. Christine Wulf sowie weiteren Mitarbeitern und Hilfskräften der Akademie der Wissenschaften Göttingen den Landkreis Northeim bereist, um in Northeim, Bad Gandersheim und mehreren anderen Orten Inschriften auf Häusern, Kirchen, Glocken und Grabmalen zu sichten und zu bewerten.

Der Band bietet die Edition von 400 Inschriften des Landkreises, die bis zum Jahr 1650 entstanden sind. Darunter sind die Texte an den Altarbildern in St. Sixti (Northeim) und der Uslarer Kirche, Grabinschriften in Hardegsen und an Fachwerkhäusern in Bad Gandersheim. Dr. Lampe dankte allen Pastoren, Küstern und Eigentümern, die ihm Zugang zu den Inschriften ermöglicht haben.

„400 ist eine beachtliche Zahl für einen Landkreis“, urteilte Professor Dr. Arnd Reitemeier von der Inschriftenkommission der Akademie der Wissenschaften Göttingen. Neben dem Zusammentragen, Erforschen und Dokumentieren sei die Bewahrung besonders wichtig.

„Die Inschriften-Bände sind nicht nur für Heimatforscher interessant“, sagte Professor Dr. Jens Peter Laut. Der Vizepräsident der Akademie wies auf das Portal „Deutsche Innenschriften Online“ hin, auf dem mehr als 30 Inschriftenbände digital zugänglich sind. „Das Forschungs-Projekt halten wir für sehr wichtig“, sagte Michael Heinrich Schormann von der VGH-Stiftung Hannover, die die Arbeit finanziell unterstützt.

Passend zum Anlass stimmte das Göttinger Trio „Ioculatores“ Stücke aus dem Früh- und Hochbarock an.

Der Band „Die Inschriften des Landkreises Northeim“ ist im Dr. Ludwig Reichert Verlag erschienen und kostet 75 Euro, ISBN 978-3-95490-153-1.

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