Drei Spender passen

Freudige Nachricht: Spender für Alicia gefunden

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Knochenmarkspender gefunden: Jetzt wartet Alicia (Zweite von rechts mit Stoff-Esel) im Kreise ihrer Familie auf die Transplantation. Von links: Mutter Nicole Horst, die Schwestern Fabienne und Melissa sowie Papa Philipp Horst.

Hardegsen. Die siebenjährige Alicia Horst kann hoffen, durch eine Knochenmarkspende wieder gesund zu werden. „Wir werden in Kürze mit den Ärzten in Hannover sprechen, wann Alicia operiert werden kann“, sagte ihr Vater Philipp Horst.

Alicia leidet an einer äußerst seltenen Erbkrankheit ihres blutbildenden Systems. Mediziner nennen sie Fanconi-Anämie. Sie kann nur durch eine Knochenmarkspende geheilt werden. Deshalb hat am 1. Mai in der Grundschule Hardegsen in Zusammenarbeit mit der DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei eine Typisierungsaktion stattgefunden, bei der sich über 1400 potentielle Spender freiwillig Blut abnehmen ließen. Mit dessen Hilfe kann getestet werden, ob sie als Spender für ihr Alicia in Frage kommen.

Drei Personen passen

„Es gibt drei Spender, die 100-prozentig passen“, sagte Alicia Vater erleichtert. Ob sie sich unter den 1400 Teilnehmern der Hardegser Aktion befunden haben, weiß er nicht.

„Die Namen der Spender werden geheim gehalten. Sie können auch ganz woanders hergekommen. Alles läuft total anonym“, erläutert Philipp Horst. Erst nach zwei Jahre nach der Transplantation bestehe auf Wunsch die Möglichkeit einer Kontaktaufnahme zwischen Empfänger und Spender.

Inzwischen sind im Haus der fünfköpfigen Familie Horst mit den Schwestern Fabienne und Melissa die Vorbereitungen für die Operation angelaufen. „Meine Frau Nicole wird Alicia in Hannover zur Seite stehen. Wir müssen jetzt organisieren, wie wir unser Familienleben zu Hause aufrechterhalten.“

Philipp Horst ist froh, dass es Alicia den Umständen nach noch entsprechend geht. „Wir hoffen, dass alles gut geht.“

Weiterer Patient

Bei der Typisierungsaktion war auch nach einem potentiellen Spender für den 40 Jahre alten Hardegser Thadeus Schmack gesucht worden. Auch für ihn sollen potentielle Spender gefunden worden sein. Eine offizielle Bestätigung von der DKMS liegt aber noch nicht vor.

Alicia hat großes Glück gehabt, dass gleich drei passende Spender gefunden wurden. Denn die Suche danach gleicht der nach der berühmten Nadel im Heuhaufen, weil die Gewebemerkmale von Alicia und dem Spender einhundertprozentig übereinstimmen müssen.

Potentielle Spender werden über die DKMS gesucht. Ihre Dateien enthalten in Deutschland rund 4,3 Millionen Namen. Weltweit sind es rund sechs Millionen. Eigenen Angaben zufolge betreibt die Organisation damit die weltgrößte Spenderdatei.

Bis Februar 2016 wurden weltweit rund 54 000 Knochenmark- bzw. Stammzellspenden von der DKMS vermittelt, davon rund 48 000 von DKMS Deutschland.

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