Gestiftetes Kunstobjekt

Freundschafts-Skulptur steht neu vorm Rathaus in Hardegsen

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Beginn einer „Ewigen Freundschaft“: Künstler Tsutomu Matsunaga und Bürgermeister Michael Kaiser mit der neuen Skulptur vor dem Hardegser Rathaus. 

Vor dem Hardegser Rathaus ist eine neue Skulptur enthüllt worden.

Einen Reiher und einen Esel zeigt die Skulptur „Ewige Freundschaft“, die der japanische Bildhauer Tsutomu Matsunaga für die Stadt Hardegsen geschaffen hat. Am Donnerstag ist das Kunstwerk vor dem Rathaus enthüllt worden.

Aus Edelstahlplatten hat Matsunaga die Skulptur zusammengeschweißt und das Metall anschließend auf Hochglanz poliert. Ganz abstrakt sind die Symbolfiguren der 263 000-Einwohner-Metropole Tokushima und der 8300-Einwohner-Stadt Hardegsens dargestellt.

Mit etwas Fantasie ist ein Ohr des Hardegser Esels zu erkennen. Ein halbes Jahr lang hat der Künstler, der auch Präsident des Bildhauerverbands seiner Heimatregion ist, an der „Ewigen Freundschaft“ gearbeitet. Die beiden Tierfiguren stehen auf einer schwarzen Granitplatte. Gut eine halbe Tonne ist das Kunstwerk schwer. Mit dem Flugzeug kam es aus Japan. Die Transportkosten übernahm die Präfektur Tokushima. Matsunaga hat die Aufstellung persönlich überwacht.

Gestiftet hat die 10 000 Euro teure Skulptur Matsunagas Freund Manfred Warnecke. Der aus Hardegsen gebürtige Tierarzt lebt seit 30 Jahren mit seiner japanischen Frau, der Tierärztin Mami Warnecke, in Tokushima. Den Bildhauer und dessen Frau Masako hat das Ehepaar 1994 in der Stadt Naruto kennengelernt, die in der Nähe von Tokushima liegt. Damals hatte der deutsche Künstler Peter Kuschel für Naruto ein Beethoven-Denkmal geschaffen.

Ludwig van Beethovens Neunte Sinfonie war 1918 erstmals in der Stadt erklungen. Aufgeführt hatten sie deutsche Kriegsgefangene. Das japanische Militär hatte die Soldaten während des Ersten Weltkriegs in der chinesischen Provinz Tsingtao gestellt und in Naruto interniert.

Nach dem Krieg kehrten sie in die Heimat zurück. Einige stammten aus Lüneburg. So kam es 1974 zu einer Städtepartnerschaft zwischen den beiden Städten. Das veranlasste wiederum Christian Wulf (CDU) 2007 während seiner Amtszeit als Ministerpräsident dazu, eine Partnerschaft zwischen Niedersachsen und der Präfektur Tokushima zu starten. „Es gibt einen regen Austausch vor allen auf den Ebenen des Sports und der Schulen“, berichtete Warnecke am Donnerstag.

Tierarzt und Bildhauer beschlossen, diese Kontakte auch auf das Feld der Kunst auszuweiten. Da Matsunaga bereits mehrfach in Hardegsen zu Gast war, wollten sie ihre Initiative in der Eselstadt starten. Sie gewannen Bürgermeister Michael Kaiser (parteilos) für die Idee. Kaiser holte die Hardegser Künstlerin Christel Irmscher und den Hevenser Kunsthistoriker Professor Siegfried K. Lang dazu.

Anlässlich der Skulptur-Enthüllung ist in Zusammenarbeit mit dem Künstlerhaus Göttingen eine Ausstellung mit 15 Kunstschaffenden zustande gekommen. Die Initiatoren hoffen, dass sie zum Auftakt eines deutsch-japanischen Kulturaustausches wird und die „Ewige Freundschaft“ Wirklichkeit wird.

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