Gegenwind für neuen Rotor in Lichtenborn

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Die neue große Windkraftanlage in Lichtenborn ist vielen Einwohnern der Hardegser Ortschaft zu laut.

Lichtenborn – Die im August des vergangenen Jahres in Betrieb genommene Windkraftanlage auf dem Heiligenberg bei Lichtenborn ist vielen Einwohnern des Dorfes zu laut.

Der Ortsrat hat vor dem Hintergrund der zunehmenden Beschwerden über Lärmbelästigungen durch die Anlage jetzt eine unabhängige Messung gefordert.

„Dass es in der Anfangsphase Probleme geben könnte, war allen Lichtenbornern klar,“ sagt Ortsbürgermeisterin Karin Diedrich. Aber es könne doch nicht sein, dass es auch fünf Monate nach der Inbetriebnahme immer noch nicht so laufe wie vom Betreiber angekündigt.

„Wenn die Lichtenborner noch einmal darüber abstimmen könnten, gäbe es sicherlich keine Mehrheit mehr für das Projekt“, fasst Ortsratsmitglied Dr. Hans-Joachim Studt die Stimmungslage im Dorf zusammen.

Bereits 2014 hatten bei einer vom Rat der Stadt Hardegsen initiierten Meinungsumfrage die Lichtenborner mit großer Mehrheit ihre Zustimmung zum sogenannten Repowering – also dem Ersatz kleiner Windkraftanlagen durch eine größere und leistungsfähigere – gegeben.

„Damals hieß es, die große Anlage sei leiser, aber sie ist eindeutig lauter“, so Diedrich. Sie selbst gehört zwar zu den Einwohnern, die nicht betroffen sind, weil andere Gebäude das Haus vor dem Schall schützen, aber sie weiß von anderen zu berichten, die im Sommer nicht einmal mehr bei offenem Fenster schlafen können.

„Wir wollen nicht, dass das neue Windrad wieder abgebaut wird“, betont Diedrich. „Aber wir möchten, dass alle technischen Möglichkeiten ausgenutzt werden, um den Schall auf ein akzeptables Maß zu reduzieren.

„Wir nehmen die Beschwerden aus der Bevölkerung sehr ernst“, sagt der Lichtenborner Landwirt Frank Ahrens, der zusammen mit Dr. Jan-Christoph Friedrichs aus Sievershausen die neue Windkraftanlage betreibt. Derzeit sei man dabei, den Grund dafür herauszufinden, dass die Anlage noch nicht so laufe wie geplant. „Da ist der Hersteller in der Pflicht“, sagt Ahrens und räumt ein, dass es Probleme mit der technischen Regelung der neuen Anlage bei Windböen gebe. Eine erste Nachregelung und Neujustierung sei bereits erfolgt, habe aber noch nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Hardegsens Bürgermeister Michael Kaiser unterstützt die Forderung des Ortsrates Lichtenborn, die Schallproblematik untersuchen zu lassen. Dabei sei auch der Landkreis Northeim als Genehmigungsbehörde einzubinden.

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