Großes Interesse an Ortsratssitzung

Geplantes Düngerwerk erregt Gemüter

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Bedenken der Einwohner: Ortsbürgermeister Norman Gippert (rechts) überreicht Bürgermeister Michael Kaiser (Mitte) 120 Unterschriften gegen weitere Belastungen.

Lutterhausen. Die 65 Stühle im Versammlungsraum des Lutterhäuser Feuerwehrhauses reichten nicht aus, um allen Besuchern der Ortsratssitzung Platz zu geben.

Grund für das große Interesse waren Vorbehalte der Einwohner gegen die Pläne der Firma Agro-Trading & Solutions (ATS), die seit August auf dem Gelände des ehemaligen Zementwerks ansässig ist. Das Unternehmen möchte dort einen Betrieb zur Düngemittelherstellung sowie zur Aufbereitung von Holz und Biogassubstraten errichten.

Ortsbürgermeister Norman Gippert überreichte hierzu eine Unterschriftenliste an Bürgermeister Michael Kaiser. Die war von 120 Einwohnern unterzeichnet worden.

Ärger über Schredder

Als die beiden ATS-Geschäftsführer Jelto Papendieck und Marc Rassuli ihren Betrieb vorstellten und Frage und Antwort standen, nutzten viele Lutterhäuser die Gelegenheit, ihrem Ärger über die allgemein als belastend empfundene Situation vor Ort Luft zu machen. Bemängelt wurde unter anderem die Staub- und Lärmbelastung durch den Schredder des dort ebenfalls ansässigen Holzpellet-Werks.

Papendieck und Rassuli erläuterten bei der Vorstellung ihres Vorhabens, dass keinesfalls Essensreste, wie von den Kritikern befürchtet, sondern Getreidespelzen, Zuckerrübenmelasse und Rapsschrot vermahlen werden sollen. Außerdem sei geplant, Spezialdünger aus Kaliumsulfat, Kalk und Phosphat in der Betriebshalle herzustellen. Eine Befeuchtungsanlage soll Staubentwicklung verhindern.

Auflage der Gewerbeaufsicht

Eine ähnliche Anlage werde es demnächst auch im Pellet-Werk geben, sagte Kaiser. Das Gewerbeaufsichtsamt Göttingen habe das Unternehmen aufgefordert, die Anlage bis Ende des Jahres zu installieren.

Darüber hinaus kündigte Kaiser an, dass die Stadt Hardegsen im kommenden Jahr unter dem Titel „Grüner Esel“ eine Messe mit Unternehmen aus der Bio-Energie-Branche veranstalten wird.

An der würden sich auch die Biogasanlage und die Unternehmen aus dem Industriegebiet am ehemaligen Zementfabrikstandort beteiligen. Termin wird Sonntag, 24. April, sein. 

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