Neues von der Ausgrabung bei Asche

Gotteshaus war prächtig ausgestattet

Asche. Die Wüstungskirche Asche war mit einer baulichen Besonderheit ausgestattet, die in Südniedersachsen bislang noch in keiner historischen Kirchen nachgewiesen werden konnte.

Zu diesem Ergebnis kommt Frank Wedekind von der Grabungsfirma Streichardt & Wedekind, die in diesem Jahr die bereits vor zwei Jahren vom Geschichtsverein Asche/Fehrlingsen in die Wege geleiteten Ausgrabungen fortsetzt.

Nach den neuesten Erkenntnissen gehe man nun davon aus, dass die alte Kirche mit einer Chorschranke ausgestattet war, die den Platz für die Laien vom Altarraum, wo nur die Geistlichen wirken durften, trennte. Im Mittelalter wurden sie oft als reich verzierte Brüstung ausgeführt. Dass die Kirche hochwertig ausgestattet war, lassen auch zwei rot bemalte Putzreste vermuten, sagt Frank Wiese vom Geschichtsverein.

Wohl gegen Ende des zwölften Jahrhunderts hat die Wüstungskirche ihren Ursprung. Zuletzt wurde der Chorraum angebaut, sind sich Verein und Grabungsfirma einig. Eine Stufe lässt vermuten, dass der Raum später vergrößert wurde. Im 15. Jahrhundert wurde die Kirche wieder abgerissen.

Am Rand der Ruine sind Steine gestapelt. Die Tuffsteine hätten die Portalbögen gebildet, erklärt Wiese ihre Trapezform. Zwar werde die Totenruhe auf dem Friedhof um die Kirche eingehalten, doch Bestattungsreste kämen immer wieder zutage. Abbruchreste an der Priesterpforte machten eine Sargbestattung dort wahrscheinlich. Irgendwann habe das Holz den nachrutschenden Massen nicht mehr standgehalten. 

Der spektakulärste Fund sei das Säuglingsskelett, das im vergangenen Jahr gefunden wurde – in einem bemerkenswert guten Zustand. In dem kalkhaltigen Boden sei die Säurewirkung abgepuffert worden.

Dem Kalkboden sei es auch zu verdanken, dass die Metallfunde gut erhalten seien. Etwa sechs Monate müsse das Metall in einem Spezialbad gewässert werden, weiß Wiese. Er hofft, die ersten restaurierten Teile bei einem Vortrag des Geschichtsvereins im Januar präsentieren zu können.

Rund 12 000 Euro hat der Verein zum Start von der Kultur- und Denkmalpflege des Landkreises Northeim bekommen. Circa 20 000 Euro steuern Volksbankstiftung und Volksbank Solling bei. Mit dem Geld soll die Vermessung bezahlt werden. Mit 1000 Euro von der Kreissparkasse Northeim wird ein 3D-Laserscan finanziert.

Über die Zukunft der historischen Kirche sprechen Verein und Grabungsfirma am Montag, 31. Juli, mit Hardegsens Bürgermeister Michael Kaiser und der Forstgenossenschaft. Die Landrätin, Astrid Klinkert-Kittel will am Montag, 28. August, vorbeischauen. Für das kommende Jahr plant der Geschichtsverein, mit einem Grabungsschnitt nach dem Vorgängerbau zu suchen.

Rubriklistenbild: © Lawrenz

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