Betreiber soll künftig auch Eintrittskarten verkaufen

Grünes Licht für Kioskbau am Wildpark

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Der Wildpark in Hardegsen: Nach der Modernisierung soll es eine deutliche Steigerung der Besucherzahlen geben.

Hardegsen – Ein Kiosk mit Außenbewirtschaftung wird künftig im Eingangsbereich des Wildparks Hardegsen stehen. Dafür hat sich der Rat der Stadt einstimmig ausgesprochen. Der Bau beginnt voraussichtlich im Herbst.

Der Kioskpächter soll die „moderaten und familienfreundlichen Eintrittsgelder“ erheben, die die Stadt einführen will. Das teilte Bürgermeister Michael Kaiser (parteilos) dem Rat mit. Trotz vereinzelter Bedenken von Ratsmitgliedern zeigte sich Kaiser zuversichtlich, einen Betreiber zu finden. Die Stadt sei „ein verlässlicher Partner“, die für den Bau von Kiosk, Erdmännchengehege und einem Rundweg rund 550 000 Euro investieren werde – so viel Geld wie noch nie in der 55-jährigen Geschichte des Parks.

Weitere Investitionen seien geplant. „Gute Geschäfte“ könne der Betreiber erwarten, erklärte der Bürgermeister. Er halte – trotz der geplanten Eintrittsgelder – eine Verdoppelung der Besucherzahlen für realistisch. Sie lägen derzeit bei geschätzten 25 000 bis 30 000 Gästen im Jahr. Jeder Besucher müsse zum Kauf der Eintrittskarten den Kiosk ansteuern. Viele würden sich dort auch etwas zu essen und zu trinken holen oder sich mit Souvenirs eindecken.

Den Einwand, dass der Kiosk dem benachbarten Restaurant Keiler-Eck unnötig Konkurrenz mache, wies Kaiser zurück. Die „Schnittmenge“ sei nur klein, argumentierte der Verwaltungschef. Die Gaststätte habe „eine ganz andere Speisekarte“. Sie lebe nicht zuletzt vom Ausrichten von Familienfeiern, von der Nutzung durch Vereine und Verbände. Zudem habe es in der Vergangenheit dort immer mal wieder Leerstände gehabt. Die Stadt habe dann eigene Besuchertoiletten und einmal sogar einen Getränke-Verkaufswagen aufstellen müssen.

„Der Kioskbetreiber reinigt für uns auch die neue öffentliche WC-Anlage“, betonte Kaiser. Die Argumente überzeugten die Zweifler. Der Rat stimmte der geänderten Planung zu. Die Kosten für das Eingangsgebäude und das Erdmännchengehege belaufen sich auf 370 000 Euro. Die Stadt hat Fördergelder von 243 000 Euro eingeworben, nicht zuletzt aus dem regionalen EU-Entwicklungsprogramm Leader.

Mit weiteren 178 000 Euro schlägt der Bau eines Rundwegs zu Buche, für den es 112 000 Euro Leader-Mittel gibt, kündigte Kaiser an. Der erste Bauabschnitt ist ein stufenloser Weg vom Eingang über das Erdmännchengehege und die Streichelwiese bis hinauf zum höchsten Punkt des Parks. Bisher ist dieser Bereich nur über eine Treppenanlage zu erreichen. 91 000 Euro kostet der Abschnitt, der mit 52 000 Euro Leader-Mitteln gefördert wird. Die Stadt, die entlang des Pfads umweltpädagogische Stationen plant, bemüht sich zudem um Bingo-Mittel. 2021 soll der Abschnitt fertig sein.

„Der zweite Abschnitt, der Talkesselweg, vollendet die Schleife“, so Kaiser. Die Investitionen seien durch die aktuellen, durch die Corona-Pandemie verursachten Haushaltsprobleme der Stadt nicht gefährdet.

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