Sorge um Attraktivität des Gewerbegebiets

Hähnchenmast: Bürgerinitaitive kämpft gegen Industrieanlage

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Gewerbegebiet Hevensen: Der rote Kreis markiert das Grundstück, wo der Investor gerne seine Hähnchenmastanlage bauen möchte. 

Hevensen. Eine Hähnchenmastanlage als Eingangspforte für Hardegsen - das will die Bürgerinitiative (BI) für Lebensqualität in Hevensen nicht. Beim Landkreis ist aber eine erneute Bauvoranfrage für das umstrittene Projekt eingegangen.

Der Unterschied: Nicht mehr für einen landwirtschaftlichen Betrieb, sondern für eine gewerbliche Anlage ist das Vorhaben formuliert. Eben mit der Begründung, dass ein landwirtschaftlicher Betrieb nicht in das Gewerbegebiet passe, hatte die Stadt ihr Einvernehmen versagt.

Nach rechtlicher Beratung sieht Hardegsens Bürgermeister Michael Kaiser keinen Grund, dass die Stadt ihre Zustimmung zu einem gewerblichen Mastbetrieb versage.

Der Mastbetrieb für 29 950 Tiere soll an der B 241 neben der Biogasanlage entstehen. Durch die geänderte Zuordnung ändere sich für die Anwohner nichts, wehren sich die Mitstreiter in der BI.

Als mögliche Auswirkungen der Mastanlage nennen sie Gesundheitsbeeinträchtigungen durch die hohe Keimemission. Mehrbelastung ergebe auch der Anlieferverkehr. Die BI befürchtet Werteverlust für Hevenser Häuser.

Dass der Mastbetrieb Arbeit stelle, zählt für seine Gegner nicht. Ohnehin gebe es dort nur eine halbe Stelle. Dafür verliere das Gewerbegebiet an Attraktivität für Unternehmen mit mehr Arbeitsplätzen. Als weiteres Gewicht gegen die Mastanlage führt die BI den Tourismus an. „Eine Hähnchenmastanlage als Eingangspforte der Stadt Hardegsen würde dem in höchstem Maße widersprechen.“

Gewerbliche Mastanlage

Die Stadtverwaltung beruft sich ein zweites Mal auf das Urteil des Rechtsanwalts Frank Niederstadt aus Hannover. Für eine gewerbliche Mastanlage sei das Einvernehmen zu gewähren, meint er. Skeptisch sieht er die Möglichkeit, einen Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan mit einer Veränderungssperre zu fassen. Denn ohne plausibles Planungskonzept gelte ein solcher Beschluss als offensichtliche Verhinderungsplanung.

Die BI-Akteure rufen die Bürger dazu auf, an der Ortsratssitzung in Hevensen und am Bauausschuss der Stadt Hardegsen dabei zu sein.

Der Ortsrat trifft sich am Montag, 2. November, um 19.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus zur öffentlichen Sitzung. Die Sitzung für Stadtplanung und Bau wird am Donnerstag, 5. November, um 18 Uhr im Sitzungssaal der Gemeinde eröffnet. (zul)

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