Hähnchenstall im Gewerbepark Hardegsen wird kleiner geplant

Standort: Unser Foto zeigt den Gewerbepark Hardegsen bei Hevensen. Auf der markierten Fläche soll die umstrittene Hähnchenstall gebaut werden. Foto: Gödecke

Hevensen. Der geplante Hähnchenmaststall im Gewerbepark Hardegsen wird erheblich kleiner ausfallen als ursprünglich geplant.

Nicht 84.000, sondern nur noch 29.950 Tiere sollen dort pro Mastdurchgang gehalten werden. Das teilte der Hevenser Landwirt Arne Mennerich am Montagabend in der Sitzung des Hevenser Ortsrates mit.

Sowohl die Mitglieder des Gremiums als auch die vielen Gäste, die sich im Feuerwehrhaus eingefunden hatten, zeigten sich überrascht von den geänderten Plänen des Investors.

Gudrun Hühne-Osterloh und Brigitte Halbauer ließen als Initiatorinnen der im November gegründeten Bürgerinitiative (BI) aber keinen Zweifel daran, dass der Widerstand gegen die Anlage trotz der angekündigten Reduzierung aufrecht erhalten werden soll. Als wichtigste Gründe dafür nannten sie erneut neben der zu erwartenden Geruchs- und Lärmbelästigung die Gesundheitsgefährdung für die Anwohner.

Reduzierte Kapazität 

Da aufgrund der reduzierten Kapazität die Genehmigung für die Anlage jetzt ohne öffentliches Verfahren erfolgen kann, vermutet die BI, dass der Investor jetzt vor hat, nach der Genehmigung einen weiteren Stall im Gewerbepark zu bauen, um schließlich doch mehr Tiere halten zu können.

Mennerich wies dies zurück und bekräftigte, dass er nicht vor habe, an diesem Standort einen zweiten Stall zu bauen. Im Übrigen wäre er dann dazu verpflichtet, die Genehmigung über ein öffentliches Verfahren nach dem Bundes-Immissionschutzgesetz zu beantragen.

Auch der stellvertretende Landrat und Kreistagsabgeordneten Jens Hampe (Grüne), der als Gast an der Sitzung teilnahm, äußerte die Vermutung, dass hier eine „Trickserei“ versucht werde. Ebenso wie die Kreistagsabgeordneten Lothar Baumelt (Northeim 21) und Michael Selke (FDP) forderte er den Hevenser Ortsrat und die Stadt Hardegsen auf, das Projekt zu verhindern.

Sowohl Ortsbürgermeister Gert Küchemann als auch der Hardegser Bürgermeister Michael Kaiser betonten, dass sie persönlich dem Bau der Mastanlage kritisch gegenüberstehen. Gleichwohl sei es aber das gute Recht des Investors, sein Vorhaben voranzutreiben.

Da es sich beim Gewerbepark aus planerischer Sicht um einen so genannten Außenbereich handele und der Gesetzgeber dort landwirtschaftlich genutzte Anlagen als privilegiert einstufe, sei der Bau des Maststalls grundsätzlich möglich, betonte Kaiser. Die Stadt Hardegsen könne ihre Zustimmung zu dem Projekt nur dann verweigern, wenn wichtige öffentliche Belange dagegen sprächen.

Ob diese tatsächlich vorliegen, könne aber erst abschließend beurteilt werden, wenn sich die politischen Gremien der Stadt eingehend mit dem Vorhaben beschäftig hätten. Er appellierte an den Investor, einem transparenten Genehmigungsverfahren zuzustimmen, auch wenn das aufgrund der reduzierten Kapazität nun nicht mehr notwendig wäre.

Von Niko Mönkemeyer

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