Hardegser Drei-Kronen-Areal zu klein fürs Bauprojekt

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Still ruht der Kran: Auf der Baustelle am Hardegser Kreisel tut sich noch nichts.

Hardegsen. Die Pläne für das Bauprojekt „Wohnen am Bürgerpark“ auf dem ehemaligen Drei-Kronen-Areal müssen noch einmal überarbeitet werden.

Grund dafür ist, dass das Grundstück für die dort geplante und bereits im April des vergangenen Jahres vom Rat der Stadt Hardegsen genehmigte Bebauung zu klein ist. Vorgesehen war, drei dreistöckige Gebäude sowie sechs zweistöckige Reihenhäuser zu bauen (wir berichteten).

In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung, Bauen und Umwelt erklärte Architekt Mathias Albrecht hierzu, dass die zu geringe Größe des Grundstücks erst im Zuge der Baustelleneinrichtung bei Vermessungsarbeiten festgestellt worden sei. Demnach verlaufe das Ufer der Espolde viel weiter südlich als gedacht. „Wir waren anhand des uns zur Verfügung stehenden Kartenmaterials davon ausgegangen, dass sich das Ufer nördlich der Grundstücksgrenze befindet“, sagte Albrecht. „Und wir hatten keinen Anlass, diesen Sachverhalt anzuzweifeln.“ Jetzt habe sich aber herausgestellt, dass die Espolde zum Teil über das Baugrundstück fließe.

Dieser Befund hat den Planern einen kräftigen Strich durch die Rechnung gemacht, sodass eine Umplanung des Bauvorhabens nötig wurde. Laut Albrecht ist nun vorgesehen, auf den Bau der sechs Reihenhäuser zu verzichten und stattdessen ein weiteres dreistöckiges Gebäude auf dem Grundstück zu bauen.

Doch es gibt noch einen weiteren Grund dafür, dass die Dawe Hochbau GmbH aus Göttingen als Investorin darum gebeten hat, das sogenannte Testatverfahren, also das Absegnen des Bauvorhabens durch den Hardegser Rat, noch einmal zu wiederholen: Da in einem der großen Gebäude statt der ursprünglich dort geplanten Zahnarztpraxis jetzt eine Bäckerei und ein Café angesiedelt werden sollen, müsste die vom Rat abgesegnete Maximalhöhe dieses Hauses überschritten werden.

Das sei zum einen der Tatsache geschuldet, dass auch das Höhenprofil des Grundstücks nicht ganz den Erwartungen entsprochen habe, sagte Albrecht. Zum anderen sei die Anhebung des Gebäudes um 30 Zentimeter über die vom Rat festgelegte Maximalhöhe von 12,40 Meter hinaus nötig, um dem Wunsch des Bäckereibetriebes entsprechen zu können, sein Geschäft im Erdgeschoss unterzubringen. Der Zugang zum Café soll barrierefrei vom Gehweg entlang des Mühlenstiegs erfolgen.

Das Geschäftskonzept des Bäckereibetriebes verlange zwingend mehr Parkraum in unmittelbarer Nähe zum Café, so Albrecht. Vorgesehen sei, zu diesem Zweck zehn Parkplätze entlang des Mühlenstiegs und sieben weitere auf dem Baugrundstück zu schaffen.

Anstelle der ursprünglich vorgesehenen fünf Reihenhäuser, die entlang der Espolde entstehen und über eine Stichstraße an den Mühlenstieg angebunden werden sollten, sehen die geänderten Pläne jetzt im nördlichen Bereich des Grundstücks ein viertes dreistöckiges Stadthaus mit acht Wohnungen vor. 

Im Vergleich zum ursprünglichen Entwurf ergäbe sich dadurch eine Verringerung der Gesamtnutzfläche um 200 Quadratmeter.

„Wir meinen, dass dieses vierte Stadthaus mit den drei anderen die Bebauung auf dem ehemaligen Drei-Kronen-Areal harmonisch abrunden würde“, so Albrecht. Das würde zur Auflockerung der Gesamtbebauung beitragen und größere Abstände zwischen den Gebäuden sowie mehr Grünflächen ermöglichen. 

Albrecht machte bei seinen Ausführungen keinen Hehl daraus, dass die geringe Nachfrage nach Reihenhäusern mit dazu beigetragen habe, die Planungen noch einmal zu überdenken. Letztendlich schlossen sich die Mitglieder des Fachausschusses der Ansicht von Bürgermeister Michael Kaiser an, dass sich der neue überarbeitete Entwurf jetzt besser in das Stadtbild einfügen würde, und sprach sich für eine Neuauflage des Verfahrens aus.

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