Pläne aber nicht vom Tisch

Hardegser Stadtrat: Höhenbegrenzung für Windkraftanlagen bleibt

Windräder: 200 Meter hohe Anlagen soll es nach dem Willen des Hardegser Stadtrates bei Hevensen nicht geben. Foto:  Archiv

Hardegsen. Der Stadtrat von Hardegsen hat sich gegen eine Aufhebung der Höhenbegrenzung von 100 Metern im Windkraftanlagengebiet nordöstlich von Hevensen ausgesprochen. Aber:

Damit sind die Neubauplanungen des Steinfurter Investors Helmolt Consult von bis zu fünf neuen Windräder zu errichten, allerdings nicht vom Tisch.

Der Landkreis Northeim als Genehmigungsbehörde kann sich über das Votum des Stadtrates hinwegsetzen, sagte Bürgermeister Dieter Sjuts.

Rund 30 Zuhörer warteten am Montagabend im Musikraum der Grundschule gespannt auf den letzten großen Tagesordnungspunkt, in dem es um die geplanten, 200 Meter hohen Neuanlagen ging.

Wer stimmte für die Aufhebung der Höhenbegrenzung?

Für die Aufhebung der Höhenbegrenzung stimmte nur Bürgermeister Sjuts. Alle anderen wollen sie beibehalten. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Frank Schonlau und Karin Fuhrberg (Grüne) enthielten sich ihrer Stimme.

Warum sollte die Höhenbegrenzung aufgehoben werden?

Bürgermeister Dieter Sjuts plädierte für die Aufhebung der Höhenbegrenzung. Er erhoffte sich dadurch Luft für die Aufstellung des neuen Flächennutzungsplanes, in dem die Windkraftanlagen-Standorte in den Gemarkungen der Kommune geregelt werden sollen, um Wildwuchs von unmöglich zu machen.

Neuer Flächennutzungsplan

„Ich bin dafür, weil wir neue Windräder in Hevensen nicht verhindern können“, sagte er. Denn der alte Flächennutzungsplan habe wegen der geltenden Rechtslage keine Rechtskraft mehr hat.

Unterstützt wurde Sjuts von Fraktionsvorsitzenden der CDU, Frank Schonlau, der in seiner Fraktion in dieser Frage allerdings keinen Rückhalt hatte. „Es interessiert keinen, wie wir entscheiden. Der Landkreis genehmigt die Anlagen, wenn die Voraussetzungen erfüllt werden. Wir reden hier über die Willensbildung in Land und Bund.“

Was waren die Argumente gegen die Aufhebung?

Der neue Fraktionsvorsitzende der SPD, Eckhard Hübner, lehnte für die Gruppe mit Grünen und Hardegsen 21 die Streichung der Höhenbegrenzung und neue Windräder ab. „Wir wollen keine weiteren Belastungen für die Hevenser Bürger.“

Rainer Lutter (Hardegsen 21) sagte, er sei nicht gegen Windenergie, der Standort bei Hevensen sei jedoch wegen „mangelnden Windes nicht geeignet“. „Wir können keine Anlagen gegen den Willen der Bevölkerung zulassen.“

Michael Selke (FDP) begründete sein Nein damit, dass Anlagen, die subventioniert würden, keine Berechtigung hätten. Außerdem verwies er auf Belastungen für seinen Heimatort Gladebeck durch Anlagenplanungen angrenzender Kommunen.

Kurt Meißner (CDU) sagte: „Die Mehrheit der Bevölkerung ist dagegen, danach sollten wir handeln. Vielleicht können wir damit Druck auf unsere Abgeordneten ausüben.“ Gerhardt Engelhardt (FWG) forderte: „Wir sollten es auf eine Entscheidung durch den Landkreis ankommen lassen.“ (zhp)

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