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In zwei Jahren sind die Fassaden des Hardegser Muthauses saniert

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Von: Niko Mönkemeyer

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Lars Gunnar Gärner und Karin Stutz vor der Ostfassade des Muthauses in Hardegsen
Die Ostfassade soll erst im kommenden Jahr saniert werden. Bürgermeister Lars Gunnar Gärner und Bauamtsleiterin Karin Stutz freuen sich, dass die Arbeiten für den zweiten Bauabschnitt fristgerecht begonnen haben. © Mönkemeyer, Niko

Zweiter Bauabschnitt für Sanierungsarbeiten am Hardegser Muthaus hat begonnen

Hardegsen – Nachdem der erste Bauabschnitt mit der Dachsanierung und der Sanierung der südlichen Sandsteinfassade bereits 2021 abgeschlossen werden konnte (wir berichteten), sollen in den kommenden zwei Jahren im Rahmen des zweiten Bauabschnitts die Sandsteine der West-, Nord- und Ostseite konserviert und restauriert werden.

Grundlage für die jetzt begonnen Arbeiten ist eine Kartierung der Schäden an den Sandsteinen, die das Planungsbüro für Steinkonservierung aus Friedrichsroda parallel zu den Arbeiten am Dach vorgenommen hat. Außerdem gab es zuvor eine denkmalrechtliche Abstimmung der notwendigen Arbeiten mit dem Landkreis Northeim als untere Denkmalbehörde und der Landesdenkmalpflege.

Ulrich Nüthen und Michael Sachon vor der Westseite des Hardegser Muthauses.
So sieht es unter der Verkleidung aus: Ulrich Nüthen von der Firma Nüthen Restaurierungen (links) mit Steinmetz- und Steinbildhauermeister Michael Sachon vor der Westseite des Hardegser Muthauses. © Niko Mönkemeyer

Beim Hardegser Muthaus handelt es sich laut Kim Kappes, Gebietsreferent der Niedersächsischen Denkmalbehörde, um ein sogenanntes Steinwerk. Darunter versteht man mittelalterliche Gebäude, die ursprünglich als Speicherbauten und Zufluchtsstätten für Adlige errichtet wurden und die im Laufe der Zeit vielfach umgebaut und durch Anbauten erweitert wurden. Dass auch das Hardegser Muthaus als Speicher genutzt wurde, sei bei der Untersuchung der Fassade festgestellt worden, berichtete Kappes bei einer Begehung der Großbaustelle durch alle an der Sanierung Beteiligten. „Wir haben dort Spuren gefunden, die darauf hindeuten, dass an der Fassade schwere Lasten mit Seilen nach oben gezogen wurden.

Der derzeitige Zeitplan für den zweiten Bauabschnitt sieht vor, dass zunächst die West- und die Nordseite des Muthauses saniert werden. Die Ostseite gegenüber dem Reitplatz soll dann im kommenden Jahr folgen.

Damit die Finanzierung dieser umfangreichen Arbeiten nicht allein über die Städtebauförderung laufen muss, hat die Stadt Hardegsen einen Förderantrag nach dem „Denkmalschutz-Sonderprogramm IX“ bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gestellt, woraufhin 250 000 Euro für das Sanierungsprojekt zur Verfügung gestellt wurden. Eine weitere Förderung in Höhe von 100 000 Euro gab es von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, sodass Anfang dieses Jahres die Ausschreibungen für die einzelnen Gewerke erfolgen konnten und der fristgerechte Start der Arbeiten möglich war.

Die Gesamtkosten für den zweiten Bauabschnitt betragen rund 1,15 Millionen Euro einschließlich der Honorare für die Ingenieurdienstleistungen. Der Eigenanteil der Stadt Hardegsen an der Gesamtbaumaßnahme beträgt rund 267 000 Euro, was einem Anteil von 23 Prozent entspricht.

Im Anschluss an die Steinsanierung aller Fassaden soll das Muthaus in einem weiteren Bauabschnitt barrierefrei gestaltet und mit einer neuen WC-Anlage ausgestattet werden. Die Ausschreibung für einen entsprechenden Architektenwettbewerb plant die Stadt Hardegsen für das Jubiläumsjahr 2024, in dem das Hardegser Wahrzeichen 700 Jahre alt wird. (Niko Mönkemeyer)

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