Mehr Zeit für Opa-Pflichten

Bürgermeister Dieter Sjuts geht in Pension

Er nimmt seinen Hut oder in diesem Fall seinen Helm: Hardegsens Bürgermeister Dieter Sjuts verlässt das Rathaus nach 24 Jahren als Chef der Verwaltung. Foto:  Oschmann

Hardegsen. Der Hardegser Bürgermeister Dieter Sjuts verabschiedet sich in der kommenden Woche in den Ruhestand

Dieter Sjuts sitzt immer der Schalk im Nacken. Deshalb erinnert er sich auch gern an seine ersten Fahrten mit dem Fahrrad durch Hardegsen. „Die Passanten haben mich damals so merkwürdig angeschaut. Nach einer gewissen Zeit wusste ich dann auch warum. Die dachten nämlich, man hätte mir den Führerschein entzogen“, schmunzelt er noch heute.

Ein Bürgermeister oder damals noch Stadtdirektor auf dem Fahrrad waren die Hardegsen nicht gewohnt - heute kennen sie dieses Bild, denn Sjuts (parteilos) fuhr sogar zu den Ortsratssitzungen mit dem Fahrrad auf die elf Hardegser Dörfer.

„Wir werden jetzt öfter als Opa und Oma unterwegs sein.“ 

In nächster Zeit will der 68-Jährige, der wesentlich jünger aussieht, noch viel öfter im Sattel seines Zweirads unterwegs sein. Dann ist er allerdings nicht mehr Chef der Verwaltung, denn seine Amtszeit am Sollingrand endet nach 24 Jahren am 31. Oktober. Der Northeimer Michael Kaiser tritt seine Nachfolge an.

Obwohl Dieter Sjuts, der aus Schortens in Friesland stammt und als dortiger Kämmerer als Stadtdirektor an den Solling wechselte, noch gern weiter die Geschicke Hardegsens gelenkt hätte („Ich fühle mich fit und habe noch genug Energie“), bereitet er sich Schritt für Schritt auf seinen Ruhestand vor.

Auf den freut er sich auch, hat er doch mehr Zeit für seine Frau Waltraud, die beiden Kinder und inzwischen vier Enkel zwischen acht Monaten und acht Jahren. „Da werden wir jetzt öfter als Opa und Oma unterwegs sein!“

Mehr Einwohner als 1990 

Sjuts fühlt sich in Hardegsen angekommen und bleibt auch hier. Als erster hatte er damals am Vogelfleck ein Haus gebaut. Viele folgten ihm. Die Stadt hat sich positiv entwickelt, nicht nur, weil die Einwohnerzahl von 1990 bis heute von 7850 auf 8038 angewachsen ist.

Auch im Rathaus hat sich vieles getan. „Als ich mein Amt angetreten habe, gab es in der Verwaltung nur ein Faxgerät, PCs noch gar nicht“, erinnert er sich. Sjuts ist einer, der gern mit Menschen diskutiert, um die möglichst beste Lösung zu finden. Dazu hatte er in seiner Amtszeit in 1738 Rats- und Ausschusssitzungen Gelegenheit. Mit allen sechs Stadträten hatte er nach seiner Einschätzung ein gutes und fruchtbares Miteinander zum Wohle der Stadt.

Dass sich der Schuldenstand in dieser Zeit auf 6,8 Millionen Euro verdoppelt hat, ist für den Finanzexperten okay, schließlich stehen dem Investitionen von fast 30 Millionen Euro gegenüber.

Für alles, was ab dem 1. November auf ihn zukommt, hat er noch keine Pläne geschmiedet. Natürlich wird Sjuts die Entwicklung der Stadt sehr genau beobachten, einmischen will er sich aber nicht. „Wenn mein Rat allerdings gefragt ist, bin ich gern zur Stelle.“

Abschied in Asche

Seine letzten Diensttage nutzt der Bürgermeister zum Aufräumen und zu persönlichen Gesprächen mit seinen Mitarbeitern. Am Freitag gibt es dann noch eine „nichtöffentliche Ratssitzung“ in Asche, in der er verabschiedet wird. Wie, weiß er nicht. „Ich lasse mit überraschen!“

Von Hans-J. Oschmann

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