Mit Sandsäcken gegen den Verfall der Burg Hardeg

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Nicht schön, aber notwendig: Da sich immer öfter Steine aus dem Mauerwerk des Muthauses lösen und herabstürzen hat die Stadt Hardegsen einen Teil des Geländes mit großen Sandsäcken und einem Zaun gesichert.

Hardegsen – Die Stadt Hardegsen hat den hinteren Bereich des Muthauses – an der sogenannten alten Brennerei – bis einschließlich Kindergartengelände mit großen Sandsäcken und Absperrgittern gesichert. Hintergrund ist, dass auf das Kita-Gelände Steine gefallen sind. Das sagte Bürgermeister Michael Kaiser in der jüngsten Bauausschusssitzung im Rathaus. Die Maßnahmen seien mit der Denkmalpflege abgestimmt worden.

Die Big Packs, die in einem Halbkreis das rückwärtige Gelände des Muthauses sichern, sind mit schwarzer Folie abgedeckt. „Das sieht nicht schön aus. Wir müssen die Big Packs aber abdecken, weil sie nicht UV-beständig sind“, erläuterte Bauamtsleiterin Karin Stutz auf Nachfrage.

Mit den Absperrungen wird jetzt für Laien sichtbar, dass die Burg einen riesengroßen Sanierungsbedarf aufweist. „Es bröckelt überall“, sagt die Bauamtsleiterin. Zurzeit erfassen Spezialisten die Schäden. „Bestimmte Bereiche müssen für einen Sanierungsvorschlag gescannt und Schäden kartiert werden“, sagte der Bürgermeister.

Er rechnet damit, dass im kommenden Jahr zunächst das Dach des Muthauses erneuert werden muss. Bei einer Säuberungsaktion seien jetzt rund 5,5 Tonnen Schutt und Taubenkot vom Dach geholt worden. Dabei sei festgestellt worden, dass nicht nur die rund 70 Jahre alte Eindeckung ersetzt werden muss, sondern auch Teile der Dachkonstruktion. Sie sind verfault, so beispielsweise Sparrenköpfe.

Für diese Maßnahme muss das gesamte Muthaus nach Darstellung Kaisers eingerüstet werden. Angedacht sei, dass dies im Frühjahr kommenden Jahres geschieht. Dann sollen zudem Schäden an den Giebeln und an den Fassaden beseitig werden.

Über zu erwartende Kosten machte der Bürgermeister noch keine Angaben. Sie dürften jedoch so hoch sein, dass sie von der Stadt nicht allein zu stemmen sein werden und über mehrere Abschnitte gestreckt werden müssen.

Über Maßnahmen und Kosten solle mit der Unteren und Oberen Dankmalbehörde beraten werden. Außerdem erhofft sich der Bürgermeister Impulse vom ersten südniedersächsischen Burgentag vom 20. bis 22. September in Hardegsen. Bei der Fachtagung am Samstag, 21. September, soll es unter anderen um den Erhalt von Burganlagen gehen.

Gedanken wird sich die Stadt bei der Sanierung des Muthauses auch um die Zukunft von Wanderfalken machen müssen, die sich dort angesiedelt haben.  zhp

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