Krankes Mädchen aus Hardegsen auf dem Weg der Besserung

Nach erfolgreicher Knochenmark-Transplantation: Für Alicia geht’s bergauf

+
Familienfoto mit Glücksbringer: Die achtjährige Alicia mit ihren Eltern Philipp und Nadine Horst, ihren Schwestern Melissa (links) und Fabienne sowie Stoffesel „Herr Kaiser“.  

Hardegsen. Wenn Philipp und Nicole Horst in diesen Tagen Besuch bekommen, vermeiden sie es, zur Begrüßung die Hand zu geben.

„Das ist nicht unhöflich, sondern eine hygienische Schutzmaßnahme“, sagt Philipp Horst und schmunzelt. Noch im April dieses Jahres war ihm und seiner Frau ganz und gar nicht zum Schmunzeln zumute, denn da hatten sie erfahren, dass die geplante Knochenmarktransplantation für ihre Tochter Alicia, die an einer seltenen Erbkrankheit leidet und für die seit Mai 2016 ein Spender gesucht wurde, nicht stattfinden konnte. Aus unterschiedlichen Gründen standen infrage kommende Spender plötzlich nicht mehr zur Verfügung (wir berichteten).

„Im Mai haben wir dann erfahren, dass doch ein Spender gefunden wurde und die Transplantation stattfinden kann“, berichtet Nicole Horst. Sie hat ihre Tochter während des insgesamt siebenwöchigen Krankenhausaufenthalts begleitet und mit ihr ein Zimmer geteilt.

Auch wenn Alicia nach geglückter Transplantation jetzt wieder zu Hause ist und die Ärzte mit der bisherigen Genesung der Achtjährigen zufrieden sind, ist Familie Horst noch nicht wieder im Alltag angekommen. „Und das wird wohl auch noch eine Weile dauern“, vermutet Philipp Horst. „Aber wir sind auf dem Weg dahin. Und wir haben viele Verwandte und Freunde, die uns dabei helfen.“

Vor der Operation am 1. Juni war Alicia durch ihre Krankheit schon so geschwächt, dass ihr sämtliche körperlichen Aktivitäten schwerfielen. Inzwischen kann sie sogar schon wieder auf dem Hof ein bisschen Roller fahren, und ab und zu müssen ihre Eltern sie sogar etwas bremsen, damit sie sich nicht überanstrengt.

Zur Schule wird sie voraussichtlich ab Herbst dieses Jahres wieder gehen können. Bis dahin wird sie zu Hause unterrichtet.

Alicias größter Wunsch ist es, irgendwann wieder reiten zu können, denn Pferde sind ihre große Leidenschaft. Gefragt, ob denn ein Stoffpferd mit auf das Zeitungsfoto kommen soll, antwortet sie: „Ein Pferd nicht, aber ich hole was anderes.“

Begleitet von ihrer Schwester geht sie die Treppe hinauf und kommt kurz darauf mit einem großen Stoffesel wieder herunter. „Das ist Herr Kaiser“, sagt sie und strahlt. Philipp und Nicole Horst lachen und erklären: „Den Esel hat sie im Vorfeld der großen Typisierungsaktion vom Hardegser Bürgermeister bekommen. Er hat uns damals unterstützt und die Schirmherrschaft übernommen.“ Inzwischen betrachtet Familie Horst den Stoffesel als Glücksbringer.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.