Naturschutz auf der Weper

Landesforsten und Botanischer Garten retten seltene Pflanze zwischen Hardegsen und Fredelsloh

Für den Bergsteppenfenchel im Einsatz: Förster Kai Conrad (von links), Dr. Lars Köhler, Gärtnerin Regina Helbig, Dr. Thomas Täuber, Forstwirt-Azubi Jakob Bruchmann und Forstwirtschaftsmeister Uwe Reuter vom Forstamt Dassel.
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Für den Bergsteppenfenchel im Einsatz: Förster Kai Conrad (von links), Dr. Lars Köhler, Gärtnerin Regina Helbig, Dr. Thomas Täuber, Forstwirt-Azubi Jakob Bruchmann und Forstwirtschaftsmeister Uwe Reuter vom Forstamt Dassel.

Forstleute und Naturschützer wollen auf der Weper den bedrohten Bergsteppenfenchel erhalten.

Hardegsen/Fredelsloh – Der vom Aussterben bedrohte Bergsteppenfenchel (Seseli montanum), der im Naturschutzgebiet auf dem Höhenzug zwischen Hardegsen und Fredelsloh beheimatet ist, soll gerettet werden. Das geht aus einer Pressemitteilung der Niedersächsischen Landesforsten hervor.

„Insgesamt haben wir dieses Jahr 560 Pflanzen des Bergsteppenfenchels angezogen und ausgebracht“, erläutert Dr. Lars Köhler, Leiter des Experimentellen Botanischen Gartens Göttingen (EBG). „Der Anwuchserfolg der Pflanzen aus dem letzten Jahr kann sich mit über 80 Prozent sehen lassen.“ Das Pflanzenerhaltungsprojekt haben der EBG und die Niedersächsischen Landesforsten gemeinsam mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz (NLWKN) entwickelt. Ziel ist es laut Pressemitteilung, den Bergsteppenfenchel zu erhalten und sein letztes natürliches Vorkommens in Deutschland auf der Weper zu stützen.

Vom Aussterben bedroht: Der Bergsteppenfenchel ist auf der Weper beheimatet.

Die Jungpflanzen sind vom Botanischen Garten der Universität Göttingen angezogen und gemeinsam mit dem Forstamt Dassel an zwei Tagen auf ihre natürlichen Standorte ausgebracht worden.

Die Setzlinge stammen aus vor Ort gesammeltem Saatgut.

Die Weper gelte als ein Kleinod des Naturschutzes in Südniedersachsen, weil der dortige Kalktrockenrasen einen unschätzbaren Artenreichtum an Pflanzen und Insekten beherberge, so die Landesforsten. Die Pflege der östlich des Sollings gelegenen Offenlandflächen durch die Beweidung sei seit Langem eine wichtige Naturschutzmaßnahme im Forstamt Dassel.

Nur so könnten die wertvollen Pflanzenarten und Schmetterlinge erhalten bleiben. Das Einstellen dieser Bewirtschaftung habe zwischenzeitlich zum Aufwachsen von Gehölzen geführt, was die spezialisierten Offenlandpflanzen der Weper bedrohe.

Seit einigen Jahrzehnten arbeiteten die Niedersächsischen Landesforsten diesem Artensterben erfolgreich entgegen und stimmen sich dabei eng mit der Naturschutzbehörde des Landkreises Northeim ab, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Neben der Beweidung werde die Weper jedes Jahr auch per Hand gepflegt. Das Ergebnis könne sich sehen lassen, denn zahlreiche vom Aussterben bedrohte Arten fänden wieder Lebensraum, und die Seltenste unter ihnen, der Bergsteppenfenchel, habe jetzt bessere Chancen.

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