Neue Bäume gegen den Kahlschlag

Stadt Hardegsen will in den kommenden Jahren große Fläche aufforsten

Eine Fläche mit Kahlschlag in der Verlängerung der Stecklersbeeke.
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Der Borkenkäfer hat einen großen Teil der Fichtenbestände im Hardegser Stadtforst zerstört: Hier eine Fläche mit Kahlschlag in der Verlängerung der Stecklersbeeke.

Die Stadt Hardegsen will in den kommenden fünf Jahren jährlich 20 Hektar aufforsten. Der Hintergrund: Im 450 Hektar großen Stadtforst sind seit dem Sturm Friederike im Frühjahr 2019 rund 120 Hektar Fichtenwald durch Borkenkäfer-Befall verloren gegangen.

Hardegsen – Die gefräßigen Larven des Borkenkäfers graben Gänge unter der Rinde von Fichten. Aufgrund der Trockenheit produzieren die Bäume zu wenig Harz, mit dem sie sich sonst erfolgreich gegen die Insekten wehren. So sterben die geschwächten Bäume ab. Auch die verbleibenden 50 Hektar Fichtenwald im Stadtforst sind gefährdet.

Die Verwaltung lässt befallene Bäume fällen. „Zuletzt haben wir in der Gemarkung Hettensen zwei Aufträge mit einem Volumen von 67.000 Euro für den sogenannten Kalamitätshieb, den Einschlag von Käferholz, vergeben“, berichtet Bürgermeister Michael Kaiser (parteilos).

Insgesamt belaufen sich die Ausgaben für die Aufarbeitung von Holz seit 2019 auf mehr als 150 000 Euro. Die Arbeiten werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen und „erhebliche Kosten“ nach sich ziehen, kündigt Kaiser an.

„In Anbetracht der katastrophalen Witterungsfolgen und extremen Borkenkäferplage unterstützt das Land Niedersachsen Waldbesitzer mit Fördermitteln“, erklärt der Verwaltungschef. Die Stadt Hardegsen hat bislang 64.000 Euro bewilligt bekommen. Einen Förderantrag über weitere 90.000 Euro hat sie gestellt. Die Förderung deckt durchschnittlich 80 Prozent der Nettokosten der Wiederaufforstung. Die Stadt muss dabei alle Maßnahmen vorfinanzieren. Im kommenden Jahr werden das voraussichtlich 250.000 Euro sein.

Je nach Arbeitsfortschritt, der unter anderem von der Verfügbarkeit der Jungbäume und der Witterung abhängt, sind ähnliche Beträge in den kommenden Jahren vorzufinanzieren, teilt der Bürgermeister mit.

Hinzu kommen Kosten für die Pflege der Kulturen von etwa 20 000 Euro jährlich sowie möglicherweise Kosten zur Bekämpfung von Mäusen und Borkenkäfern. Ein Jagdkonzept soll die langsam wachsenden Eichen gegen Verbiss schützen.

Michael Degenhardt, der für den Stadtforst zuständige Forstamtsleiter bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, regt an, die Anpflanzung über mehrere Jahre zu strecken.

Das mindert das Risiko, Pflanzen zu verlieren. Die neuen Bäume sollen mosaikförmig in Blöcken gesetzt werden. Dadurch lassen sich die einzelnen Bereiche wirtschaftlicher bearbeiten. Je nach Standort und Bodenbeschaffenheit werden künftig im Stadtforst Roteichen, Buchen, Douglasien und Tannen wachsen. Notwendige Standortuntersuchungen führt die Kammer durch.

Um die Bürger einzubeziehen, will die Stadt am Oberen Schönenbergweg einen Baumpfad anlegen. Dort sollen – finanziert durch Spenden aus der Bevölkerung – jeweils der aktuelle „Baum des Jahres“ gepflanzt werden. Die Mitglieder des Ausschusses für Stadtplanung, Bauen und Umwelt haben bereits angekündigt, die Kosten für einen Baum und das dazugehörige Schild – insgesamt 250 Euro – zu übernehmen. Michael Caspar

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