Pioniere für die Umwelt: Hardegser entwickeln Imprägnierverfahren

Pioniere für die Umwelt: Axel Meyer (links) und Dr. Jochen Kuhl entwickelten ein bundesweit bisher einzigartiges PFC-freies Imprägnierverfahren. Foto: Schrader

Hardegsen. Seitdem Greenpeace vor drei Jahren in ihrer Studie über Funktionskleidung in allen Proben krebserregende poly- und perfluorierte Chemikalien (PFC) festgestellt hat, wird nach umweltverträglichen Alternativen geforscht.

Das Hardegser Unternehmen Meyer und Kuhl Spezialwäschen hat vor eineinhalb Jahren ein bundesweit bisher einzigartiges Verfahren entwickelt, Funktionsbekleidung PFC-frei zu waschen und zu imprägnieren.

Der Studie nach finden sich Spuren von PFC vom arktischen Polareis bis in die Tiefsee, vom menschlichen Blut bis in die Muttermilch. Seit über 50 Jahren werden PFC künstlich hergestellt und breiten sich weltweit über die Luft und Gewässerkreisläufe aus.

Eine Emissionsquelle ist laut Greenpeace Outdoor-Kleidung, die mit wasser- und schmutzabweisenden PFC ausgerüstet wird. „Die Outdoor-Branche muss entgiften und gefährliche Chemikalien durch umweltfreundliche Alternativen ersetzen“, forderte Christiane Huxdorff, Chemie-Expertin von Greenpeace.

Das Hardegser Unternehmen bietet jetzt eine Alternative. Axel Meyer, der seit 20 Jahren Inhaber der gleichnamigen Wäscherei in Hevensen ist, hat 18 Jahre lang Erfahrungen mit Imprägnierungen gesammelt. Er hat das PFC-freie Verfahren entwickelt und sich mit dem Hardegser Unternehmensberater Dr. Jochen Kuhl zusammengetan.

Seit einem Jahr bieten Meyer und Kuhl als Partner der Outdoor-Bekleidungs-Kette Jack Wolfskin einen Wasch- und Imprägnier-Service für gebrauchte Kleidung an, seit vergangenem Monat für alle rund 250 deutschen Wolfskin-Läden. Kunden geben dort ihre zu imprägnierende Kleidung ab oder kaufen einen Gutschein über den Online-Shop und schicken die Stücke nach Hardegsen. Nachdem die Kleidung gewaschen und imprägniert wurde, wird sie wenige Tage später entweder zum Laden oder zum Kunden nach Hause geschickt.

Verhandlungen mit weiteren Bekleidungsketten laufen. „Das Paketaufkommen mit zu imprägnierender Bekleidung steigt von Tag zu Tag“, sagt Meyer. Bisher haben Meyer und Dr. Kuhl die Verantwortung für 30 Mitarbeiter. „Wenn das Aufkommen weiter steigt, müssen wir den Betrieb erweitern“, so Meyer weiter. Das bedeute, mittelfristig neu zu bauen. „Standortfaktor sind eine schnelle Internetverbindung und ein günstiger Wasserpreis“, ergänzt Dr. Kuhl.

Von Roland Schrader

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.