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Polizeiwaffe in Scheune versteckt: Landwirt aus Hardegsen muss Strafe zahlen

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Von: Heidi Niemann

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Uli Deck/dpa
Ein Landwirt aus Hardegsen hat eine Polizeiwaffe gefunden und in seiner Scheune versteckt. Jetzt muss er eine Strafe zahlen (Symbolbild). © Symbolbild: Uli Deck/dpa

Weil er ohne Erlaubnis eine Polizeiwaffe an sich genommen und in seiner Scheune versteckt hat, hat ein 49 Jahre alter Mann aus einem Ortsteil von Hardegsen einen Strafbefehl über 4500 Euro erhalten.

Hardegsen - Der Strafbefehl sei inzwischen rechtskräftig geworden, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Göttingen mit. Der 49-Jährige hatte ein Missgeschick ausgenutzt, das einem Polizeibeamten im vergangenen November passiert war.

Der Polizist hatte in jener Nacht auf dessen Grundstück einen mutmaßlichen Einbrecher verfolgt und dabei aus Versehen seine Dienstwaffe verloren. Der 49-Jährige hatte die Pistole entdeckt. Statt seinen Fund abzuliefern, behielt er die Waffe ein und verwahrte sie in einem Versteck. Erst als die Polizei drei Tage später zu einer groß angelegten Durchsuchung bei ihm anrückte, händigte er sie den Fahndern aus.

Damals hatten Anwohner in dem Hardegser Ortsteil um kurz vor Mitternacht die Polizei alarmiert. Diese hatten in der Nähe einer Scheune einen Mann entdeckt, der sich dort in verdächtiger Weise zu schaffen machte und möglicherweise einen Einbruch begehen wollte. In der damaligen Pressemeldung der Polizei hieß es dazu, dass einer der Beamten bei dem nächtlichen Einsatz vor Ort einen Verdächtigen festgestellt habe. Er habe den Mann angesprochen und seine Dienstwaffe gezogen, worauf der Mann geflohen sei.

Der Beamte nahm die Verfolgung auf, und dabei passierte es dann: Als er seine mit 16 Patronen bestückte durchgeladene Dienstpistole zurück in sein Holster stecken wollte, platzierte er sie versehentlich daneben. Die Waffe sei dann von ihm unbemerkt auf den Rasen gefallen, heißt es in dem Strafbefehl.

Der 49-Jährige habe daraufhin die Gelegenheit genutzt, um die Waffe an sich zu bringen. Zunächst habe er sie im Futterraum der Scheune versteckt. Später habe er ein Tuch und einen Müllbeutel darum geknotet und die so verpackte Waffe auf den Dachboden der Scheune gebracht, wo er sie in einem Rohr auf einem Regal deponiert habe.

Die Polizei hatte noch in der Nacht und an den darauffolgenden Tagen intensiv nach der Waffe gesucht, allerdings ohne Erfolg. Die Polizeiinspektion Northeim wies damals in einer Pressemeldung darauf hin, dass die Waffe abhandengekommen war. Falls Anwohner die Waffe finden sollten, sollten sie diese am Fundort belassen und die Polizei verständigen.

Trotz umfangreicher Suchmaßnahmen blieb die Waffe jedoch tagelang verschwunden. Im Zuge der Ermittlungen geriet dann jener Mann in Verdacht, auf dessen Grundstück sich die nächtliche Verfolgung abgespielt hatte. Als die Polizei mit einem Durchsuchungsbefehl, zahlreichen Einsatzkräften und zwei Sprengstoffspürhunden anrückte, offenbarte der 49-Jährige das Versteck.

Die Staatsanwaltschaft wertete die Unterschlagung der Dienstpistole als Verstoß gegen das Waffengesetz, der mit einer saftigen Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 50 Euro geahndet wurde. (pid)

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