Elektrofahrzeuge im Einsatz

Post fährt lautlos durch den Landkreis Northeim

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Viel Stauraum: Bettina Nickerl, Danny Mrochen und Christiane Sehlen-Martin zeigen den großen Laderaum und bequeme Zulademöglichkeit des Street-Scooter.

Hardegsen. Lautlos schnurren die elektrisch angetriebenen Street-Scooter der Post früh morgens vom Hof des Zustellstützpunktes im Hardegser Gewerbegebiet. Seit Oktober vergangenen Jahres sind fünf der von der Deutschen Post AG zusammen mit der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen entwickelten Fahrzeuge in Südniedersachsen unterwegs.

2012 wurde der erste Prototyp in verschiedenen Workshops getestet und erwies sich in puncto Ausstattung, Ladekapazität und Sicherheitsstandards als geeignet. Anfang 2014 setzt die Deutsche Post 150 Vorserienfahrzeuge in verschiedenen Zustellstützpunkten ein. „Wir haben versucht, Elektrofahrzeuge einzukaufen. Dies ist uns nicht gelungen, weshalb wir sie selbst gebaut haben“, sagte Jens-Uwe Hogardt, Post-Pressesprecher aus Hamburg. Deutschlandweit sind unter den 36.000 Post-Zustell-Fahrzeugen bereits 2200 Street-Scooter. Hinzu kommen 25.000 Fahrräder, wovon 10.000 mit Elektroantrieb bestückt sind.

„Die Scooter wurden von Postlern für Postler entwickelt“, sagte Hogardt. So wurden die Wünsche der Zusteller beim Entwurf der Transportmittel eingearbeitet. Der 4,6 Meter lange Street-Scooter hat einen Kastenaufbau, in dem genügend Ladevolumen für Briefe und Pakete vorhanden ist. Die Ladefläche ist wie der Fahrersitz rückenschonend erhöht. Statt eines Beifahrersitzes ist ein Metallregal installiert, das auf die Größe von Briefkörben abgestimmt ist. Die Fahrzeuge sind für die Landzustellung konzipiert. Die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 80 Kilometer pro Stunde.

Rückenschonend: Bequemes Ein- und Aussteigen möglich.

„Vier Scooter sind seit September am Zustellstützpunkt Hardegsen im Einsatz. Geplant ist, die gesamte Fahrzeugflotte umzustellen“, sagte Bettina Nickerl, Leiterin des Hauptstützpunktes Einbeck, zu dem 14 Stützpunkte in Südniedersachsen gehören. In ihrem Bereich sind 30 Scooter im Betrieb. Die neuen Fahrzeuge sind ihrer Meinung nach ideal für täglich wiederkehrende Touren mit festgelegten Strecken. Die Zustelltouren, bei denen die Scooter genutzt werden, sind bis zu 80 Kilometer lang und entsprechen der Reichweite der Elektrofahrzeuge. Im Winter wurden die Touren auf 50 Kilometer verkürzt, um eine Reserve zu haben. Am Nachmittag werden die Scooter ans Stromnetz angeschlossen.

Der Computer entscheidet, wann der achtstündige Ladevorgang beginnt. „Im Winter gab es keine Probleme“, berichteten die Zusteller Danny Mrochen und Christiane Sehlen-Martin, die das neue Auto lobten. Eine Stunde, bevor die Tour beginnt, wurde das Fahrzeug automatisch vorgeheizt und die Scheiben enteist. „Angenehm ist auch der erhöhte und beheizte Sitz“, sagte Mrochen. Vorteilhaft sei auch die erhöhte Ladefläche, die, anders als im VW-Transporter, keine störenden Radkästen habe.

Im Herbst werden größere Street-Scooter in Betrieb genommen, die zur Paketzustellung in Städten konzipiert sind. Der Laderaum der Large-Version ist noch größer und die Reichweite liegt bei 120 Kilometer. (zsv)

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