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Rat Hardegsen hält am Erdmännchengehege fest

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Von: Niko Mönkemeyer

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Zwei Arbeiter verkleiden ein im Bau befindliches Tierhaus
Das im Bau befindliche Erdmännchengehege im Hadegser Wildpark erregt die Gemüter. Die FDP hatte aus Kostengründen die Planungen infrage gestellt. archi © Roland Schrader

Für einen Antrag der Hardegser FDP-Fraktion gab es im Rat keine Mehrheit.

Hardegsen – Die politischen Gremien der Stadt Hardegsen werden sich nicht mit dem Antrag der FDP-Fraktion beschäftigen, in dem unter anderem aus Kostengründen die geplante künftige Haltung von Erdmännchen im Wildpark infrage gestellt wird (wir berichteten). Das hat der Rat der Stadt Hardegsen in seiner jüngsten Sitzung mit großer Mehrheit entschieden.

Vielmehr sollen die Planungen und eventuell nötigen Änderungen für die Erweiterung und Neugestaltung des Parks weiterhin in dem extra bereits im Juni aufgrund der ins Stocken geratenen Arbeiten gegründeten Arbeitskreis behandelt werden.

Vor dem Hintergrund der zu erwartenden Folgekosten sei die Entscheidung für die Haltung von Erdmännchen aus heutiger Sicht ein Fehler gewesen, verteidigte FDP-Ratsherr Lutz Kiefer den Antrag seiner Fraktion. Er gab zu bedenken, dass das Rathauspersonal demnächst bei 19 Grad Zimmertemperatur arbeiten müsse und fügte hinzu: „Erdmännchen mögen es deutlich wärmer.“

Als Vorsitzender der SPD-CDU-Mehrheitsgruppe wies Hans-Jürgen Scholz darauf hin, dass über der ganzen Diskussion das „Damoklesschwert der Rückzahlung von Fördermitteln“ schwebe, da in dem bewilligten Förderantrag eindeutig vom Bau eines Erdmännchengeheges die Rede sei. Insofern sei davon abzuraten, die Planungen jetzt zu ändern.

Ratsherr Frank Wiese (Hardegsen 21) warf der FDP vor, die Arbeit des Arbeitskreises nicht ernst zu nehmen, denn die Fragen zum Zeit- und Kostenplan für die Umgestaltung des Wildparks, die die Liberalen mit ihrem Antrag an die Verwaltung gerichtet hätten, seien in diesem Gremium bereits diskutiert worden. Außerdem sei der Wunsch der FDP, die Verwaltung möge die Kostenentwicklung für die nächsten zehn Jahren erläutern unrealistisch.

Auch aus Sicht von Hardegsens Bürgermeister, Lars Gunnar Gärner (SPD), sind die voraussichtlichen Kosten für so einen langen Zeitraum nicht absehbar. Er habe sich darüber gewundert, dass die FDP ihre Fragen so an die Verwaltung gerichtet habe, anstatt sie im Arbeitskreis anzusprechen.

FDP-Fraktions-Chef Thomas Spangenberg bekräftigte noch einmal die von seiner Fraktion im Antrag vertretende Position, dass die im Doppelhaushalt 2020/21 eingeplanten Einnahmen für den Wildpark durch Eintrittsgelder in Höhe von 169 000 Euro von herein unrealistisch gewesen seien und warf den Beteiligten vor, „Luftbuchungen“ getätigt zu haben, um mit „überzogenen Geschäftserwartungen“ einen genehmigungsfähigen Haushalt hinzubekommen. Das sei unerklärlich.

Scholz bezeichnete diese Äußerung Spangenbergs als Unterstellung, weil daraus der Vorwurf abzulesen sei, der Hardegser Rat habe einen Rechtsbruch begangen. Er betonte, dass dem Haushalt hinsichtlich des Wildparks seriöse Kalkulationen zugrunde gelegen hätten und dass der Landkreis Northeim als Genehmigungsbehörde das ebenso gesehen habe.

„Zu behaupten, wir hätten im Zusammenhang mit dem Wildpark Luftbuchungen gemacht, ist eine Frechheit“, machte FBL-Ratsherr Harald Block seinem Ärger über die Äußerung Spangenbergs Luft. Bei der Aufstellung des Haushalts habe man noch von ganz anderen Voraussetzungen ausgehen können. „Was dann alles passiert ist, lag nicht in unserer Macht“, sagte Block und nannte das Stichwort Corona.

Auch aus Sicht von Olaf Müller, Kämmerer der Stadt Hardegsen, waren die Besucherzahlen durchaus realistisch. „Bei normalem Verlauf wären die geplanten Erlöse und die Vermietung des Kiosks möglich gewesen“, zeigte er sich überzeugt und verwies darauf, dass auch andere Projekte unter Corona gelitten hätten: „Die Landesgartenschau in Bad Gandersheim wurde auch um ein Jahr verschoben.“

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