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Hardegser Verein will Tiere mit einer Drohne vor dem Mähtod bewahren

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Von: Roland Schrader

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Wollen ehrenamtlich helfen: Zu den Hardegser Rehkitzrettern, die mit einer Drohne Wiesen absuchen wollen, gehören auch (von links) Gerrit Korengel, Lars Sivert und Hanna Sievert.
Wollen ehrenamtlich helfen: Zu den Hardegser Rehkitzrettern, die mit einer Drohne Wiesen absuchen wollen, gehören auch (von links) Gerrit Korengel, Lars Sivert und Hanna Sievert. © Roland Schrader

7000 Euro teure Drohne mit Wärmebildkamera kommt zum Einsatz.

Hardegsen – Wenn es wieder wärmer wird und das Gras wächst, werden Landwirte bald die erste Mahd machen. Zuvor halten sie Ausschau nach Rehkitzen, die von den Geißen bevorzugt in hohes Gras gelegt werden, um sie vor Angriffen zu schützen. Weil sie sich ducken, können sie übersehen werden und es droht der Mähtod. In Hardegsen hat sich der Verein „Rehkitzrettung“ gegründet, um Landwirten bei der Suche nach Rehkitzen zu helfen.

„Viele von uns sind Jäger und wissen von der Problematik“, sagt der Hardegser Lars Sievert, Vorsitzender der Rehkitzretter. Mit sechs weiteren Tierfreunden hat Sievert im vergangenen Jahr den Verein gegründet, der als gemeinnützig anerkannt ist. Dem Vorstand gehören Gerrit Korengel als Vize-Vorsitzender und Tobias Westphal als Kassenwart an.

Infrarot- und Normalbild kann angezeigt werden: Die DJI Mavic 2 Enterprise verfügt über zwei Kameras.
Infrarot- und Normalbild kann angezeigt werden: Die DJI Mavic 2 Enterprise verfügt über zwei Kameras. © ROLAND SCHRADER

Der Verein hat bereits eine Drohne mit Wärmebildkamera angeschafft und Mitglieder im Umgang mit der Drohne schulen lassen. Durch eine Förderung des Bundeslandwirtschaftsministeriums wurde die 7000 Euro teure Drohne der Marke DJI Macic 2 Enterprise samt Ersatzakkus mit 60 Prozent bezuschusst. Den Rest haben Mitglieder vorgestreckt, was mit Spenden aufgefangen werden soll. „Uns liegt der Tierschutz am Herzen, und wir wollen jetzt den technischen Fortschritt nutzen“, sagte Gerrit Korengel.

Der Einsatz der Rehkitzretter erfolgt kostenlos. Wenn ein Landwirt oder Jagedpächter aus dem Bereich Stadt Hardegsen plus Wolbrechtshausen Bescheid sagt, kommen sie früh morgens mindestens zu viert, um die betreffende Wiese abzusuchen. Neben dem Dronenpiloten und einem Assistenten gibt es zwei Sucher, die zu den Standpunkten eilen, wenn auf dem Bildschirm eine Wärmequelle entdeckt wird. Das Rehkitz wird dann in einen Korb gelegt und zur Seite getragen.

Wichtig dabei sei natürlich, dass Handschuhe getragen werden, damit das Rehkitz keinen menschlichen Geruch annimmt, so Sievert.

Als Leiter des Hegerings Hardegsen, dem 13 Jagdreviere angehören, ist er vernetzt und hat bereits alle Jagdpächter informiert. Wer die Hilfe der Rehkitzretter benötigt, kann sich bei unter Telefon 0171/4954650 oder per E-Mail an Rehkitzrettung.Hardegsen@gmail.com melden. Wer den Verein als Helfer, Mitglied oder Förderer unterstützen will, ist willkommen. (Roland Schrader)

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