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Renaturierung der Espolde in Hardegser Ortschaft Hevensen abgeschlossen

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Von: Niko Mönkemeyer

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Frauen und Männer stehen in einem Bachbett
Im neuen Bachbett: (v.l.) Karin Stutz (Leiterin Bauamt Hardegsen), Andreas Meyer (Firma Nüske), Frank Schwieger (NLWKN), Friderike Kutz (Leineverband) und Bernhard Ruben (Büro für Freiraumplanung Czyppull). © NIKO MÖNKEMEYER

In der Espolde bei Hevensen können Fische ab sofort wieder stromaufwärts schwimmen.

Hevensen – Die schon lange nicht mehr funktionsfähige Wehranlage in der Espolde bei Hevensen, die ursprünglich für die Regulierung des Einstroms von Wasser in den Mühlengraben gebraucht wurde, ist entfernt worden.

An seiner Stelle befindet sich nun ein zwar künstlich gestaltetes, aber der Natur nachempfundenes Bachbett, in dem Fische jetzt auch wieder die Möglichkeit haben, stromaufwärts zu wandern.

Dazu wurde der Bereich in der sogenannten Riegel-Becken-Pass-Bauweise völlig neu gestaltet. Das bedeutet, dass künstliche kleine Kiesbecken angelegt wurden, durch die die Fische nach und nach den Bach emporschwimmen können.

Wehranlage in einem Bachverlauf
Hier gab es kein Durchkommen: Diese alte Wehranlage ist entfernt worden. © LEINEVERBAND

Die Anzahl der Fische, die von dieser Gelegenheit Gebrauch machen werden, ist allerdings derzeit wohl eher gering, denn als man vor Beginn der Baumaßnahme die Espolde abgefischt hat, wurden lediglich acht Fische gezählt. Als Hintergrund dafür vermuten die Fachleute, dass sich der Gewässerbereich immer noch nicht von dem Fischsterben aus dem Jahr 2019 erholt hat, bei dem der gesamte Fischbestand durch eingeleitetes Gift getötet worden war (wir berichteten). Geplant ist jetzt, in dem Bereich vermehrt Jungfische auszusetzen.

Wer den ursprünglichen Zustand des Espoldeabschnitts nicht kannte, sieht auf den ersten Blick überhaupt nicht, dass dort Bauarbeiten stattgefunden haben – und laut Friderike Kutz vom Leineverbund ist das auch gut so, denn bei Renaturierungsmaßnahmen sei es das Ziel, Bauwerke so zu gestalten, dass sie gar nicht als solche empfunden werden.

Bereits im August 2020 hatte der Leineverband, der für die Espolde zuständig ist, vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) die Zusage für eine 90-prozentige Förderung für die Wiederherstellung der Durchgängigkeit der Espole bei Hevensen bekommen. Die Kosten dafür wurden mit 70 000 Euro veranschlagt.

Umgesetzt wurde das Bauprojekt aber erst jetzt, da die unter Wasserbehörde des Landkreises Anfang dieses Jahres die wasserrechtliche Genehmigung erteilt hat.

Die gesamte Umgestaltung, die von der Firma Nüske aus Fredelsloh erledigt wurde, dauerte lediglich vom 15. bis 24. August. Für die Stadt Hardegsen dankte Bauamtsleiterin Karin Stutz allen Beteiligten für den reibungslosen Ablauf der Arbeiten.

Dank der trockenen Witterung sei es möglich gewesen, auch mit schweren Fahrzeugen die Wiesen im Espoldetal zu befahren, zieht sie Bilanz. So gesehen, habe die anhaltende Trockenheit doch noch etwas Gutes gehabt.

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