Alternativroute zum Bau der Kurve Kassel

Rollen bald Güterzugkolonnen durch den  Solling?

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Die verschiedenen West-Ost-Routen-Varianten für Güterzüge.

Northeim / Kassel – Droht eine deutliche Zunahme des Güterverkehrs auf der Sollingbahnstrecke von Bodenfelde nach Northeim? Diese Sorge treibt die Northeimer SPD-Kreistagsfraktion um.

Vor dem Hintergrund des Widerstands gegen den Bau der sogenannten Kurve Kassel, mit der die Güterzugverbindung zwischen Paderborn und Halle beschleunigt werden soll, hat sie sich mit einer Anfrage an Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (SPD) gewandt.

Insbesondere wollen die Sozialdemokraten wissen, ob es Vorbereitungen für ein Planfeststellungsverfahren gibt, das eine Streckenführung durch den Solling mit einbezieht.

Würde der Ost-West-Güterverkehr ab Bodenfelde auf die Sollingbahnstrecke verlegt, wären auch Uslar, Hardegsen, Northeim und Katlenburg von den zusätzlichen Zügen betroffen.

Im Raum Kassel machen sich die Gegner der Kurve Kassel derweil Sorgen, ob der Bau der Kurve, die ab 2025 von mindestens 40 Zügen täglich genutzt werden soll, über ihre Köpfe hinweg beschlossen wird. Hintergrund ist, dass Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) das Klagerecht gegen Verkehrsprojekte einschränken und wichtige Projekte künftig per Gesetz genehmigen will – darunter auch die Kurve Kassel.

In dem vom Bundeskabinett vorgelegten Entwurf wurde sie nachträglich aufgenommen.

Die nordhessischen Bürgerinitiativen (BI) fragen sich, warum. „Es scheint zumindest so, dass das Ministerium vom geschlossenen Widerstand der Bevölkerung gegen die Kurve Kassel beeindruckt ist“, vermutet Klaus Werner, Sprecher der BI in dem Kasseler Vorort Vellmar. Dem Petitionsausschuss des Bundestags liegen aktuell zwei Petitionen vor, die sich gegen die Trassenführung im Raum Kassel aussprechen. Sie fordern stattdessen, als Alternative den Ausbau der Strecke Altenbeken-Northeim gleichwertig zu prüfen.

Die Deutsche Bahn sieht in dem Planungsbeschleunigungsgesetz einen großen Schritt und die Möglichkeit, dass neue Schienenprojekte aus dem Bundesverkehrswegeplan bis zu fünf Jahre schneller fertiggestellt werden.

„Wir werden den Investitionshochlauf mit dem Bund – mit dem wir zu allen Themen im engen Austausch sind – auf dieser Basis voranbringen.

An der frühzeitigen Bürgerbeteiligung ändert sich dabei nichts“, sagt ein Bahn-Sprecher.

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