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Runder Tisch Hardegsen knüpft Kontakte

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Von: Niko Mönkemeyer

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Erwachsene und Kinder mit Laternen
Überraschung geglückt: Einwohner der Ortschaft Lichtenborn mit geflüchteten Menschen auf dem Hof des „Alten Forsthauses“ am Goseplack, wo der Landkreis eine Unterkunft für Flüchtlinge eingerichtet hat. © NIKO MÖNKEMEYER

Der Runde Tisch für Flüchtlingshilfe Hardegsen kümmert sich um Menschen aus zehn Nationen

Hardegsen/Lichtenborn – Im ehemaligen Hotel „Altes Forsthaus“ am Goseplack in Lichtenborn warten derzeit geflüchtete Menschen aus zehn verschiedenen Ländern darauf, dass ihnen eine Wohnung zugewiesen wird, doch der Landkreis Northeim kann im Moment keinen geeigneten Wohnraum zur Verfügung stellen.

Um die aus Somalia, Moldau, der Türkei, der Ukraine, Syrien, Afghanistan, dem Irak, Ruanda, Kolumbien und Georgien stammenden Menschen kümmert sich der Runde Tisch für Flüchtlingshilfe Hardegsen, der 2015 während der sogenannten Flüchtlingskrise unter Federführung der evangelischen Kirchengemeinde und der Stadt Hardegsen gegründet wurde. Dieser Initiative gehören auch Mitglieder vieler anderer gesellschaftlicher Gruppen an. Außerdem unterstützt er sich um 45 geflüchtete Menschen, die zum Teil bereits seit 2015 in Hardegsen leben.

„Der Runde Tisch ist ein Erfolgsmodell“, sagt die Hardegser SPD-Ratsfrau Kornelia Hänsel, die von Anfang an dabei ist und als Projektassistentin die ehrenamtliche Arbeit koordiniert. „2015 konnte aufgrund der Härtefallregelung eine Familie hier in Hardegsen bleiben, sodass die Tochter einen Schulabschluss machen konnte und an der Pflegeschule in Einbeck eine Ausbildung absolviert hat“, nennt sie ein Beispiel. Jetzt sei die junge Frau dabei, den Führerschein zu machen, sodass sie gute Chancen auf eine Einbürgerung habe.

Porträtfoto von Kornelia Hänsel
Kornelia Hänsel © Schrader, Roland

„Wir haben in den vergangenen Jahren festgestellt, dass eigentlich fast alle Menschen, die aus ihrer Heimat geflohen sind, so schnell wie möglich auch arbeiten und finanziell auf eigenen Beinen stehen möchten“, berichtet Hänsel aus der Arbeit des Runden Tischs.

Bei der sei es am Anfang darum gegangen die Grundbedürfnisse wie Möbel, Kleidung und das Erlernen der deutschen Sprache abzudecken, da seitens des Landkreises nur Wohnraum zur Verfügung gestellt worden sei. Inzwischen stünden da aber auch viele andere Themen im Vordergrund, und Einrichtungen, wie zum Beispiel das Internationale Café oder der Internationale Garten in der Nähe der Seniorenwohnanlage Paschenburg seien etablierte Treffpunkte.

Die Integration der Menschen, die jetzt vom Landkreis Northeim im ehemaligen Hotel „Altes Forsthaus“ untergebracht werden, ist nach den Worten Hänsels etwas komplizierter. „Aufgrund der großen Fluktuation ist es schwierig, Kontakte aufzubauen, aber wir versuchen, das so gut wie möglich hinzubekommen.“

Am Donnerstag gab es dazu nach Absprache mit der Lichtenborner Ortsbürgermeisterin, Linda Ahrens, eine besondere Aktion. Bei der machten mehrere Einwohner aus Lichtenborn mit ihren Kindern beim Martinsumzug einen Umweg und besuchten die im „Alten Forsthaus“ untergebrachten Menschen, um gemeinsam mit ihnen zu singen und ihnen kleine Präsente zu überreichen. Mit dabei war Pastor i.R. Hartmut Gericke-Steinkühler, der mit seiner Trompete den Gesang begleitete. (Niko Mönkemeyer)

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