Burg Hardeg

Sanierung des Dachs der Burg Hardeg kostet 800.000 Euro

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Die Burg Hardeg soll aufwendig saniert werden.

Die Burg Hardeg muss dringend saniert werden. Aus Sicherheitsgründen wurden einige Bereiche bereits gesperrt. Doch mit der Kostenhöhe hat niemand gerechnet.

Die Sanierung der Burg Hardeg wird wohl teurer als so mancher erwartet hat. Allein die Instandsetzung des Dachs wird wohl 880.000 Euro kosten.

Das geht aus einer Kostenprognose für den ersten Bauabschnitt hervor, die Diplom-Ingenieur Konrad Brenker aus Baunatal in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planen und Umwelt vorgestellt hat.

Die Sanierungskosten steigen unerwartet

Grundlage dafür war zum einen die bauhistorische Untersuchung, bei der bereits im vergangenen Jahr festgestellt worden war, dass die bauhistorische Bedeutung des markanten Gebäudes bislang unterschätzt worden war (wir berichteten). Zum anderen flossen in die Berechnung der Kosten aber auch statische Voruntersuchungen an der Dachkonstruktion und die Begutachtung der unmittelbar an das Dach anschließenden Wandbereiche ein.

Laut Brenker befindet sich der weitaus größte Teil des Dachstuhls noch in einem guten Zustand. Gleichwohl gebe es einen großen Handlungsbedarf, um punktuelle Schäden zu beseitigen. Für die Erfassung des Schadensbildes sei es zunächst notwendig gewesen, rund fünf Tonnen Taubenkot zu entfernen.

Die Burg Hardeg muss dringend saniert werden 

Diese Arbeiten seien bereits bei den Zimmerarbeiten für die Sanierungskosten der Dachkonstruktion, die bei etwa 200 000 Euro liegen, berücksichtigt worden, so Brenker. Als einen weiteren Posten nannte er die eigentlichen Dachdeckerarbeiten einschließlich Lattung, die mit 240 000 Euro beziffert werden.

Das neue Dach des Muthauses soll mit einem besonderen Tonziegel eingedeckt werden, der bei der Jacobi Tonwerke GmbH in Bilshausen hergestellt wird. Darauf habe man sich mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege und der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises Northeim verständigt, berichtete Brenker und erläuterte, dass es sich um einen sogenannten Krempziegel handelt, der schon im 11. Jahrhundert so verwendet worden sei und der nur noch in Bilshausen so hergestellt werde.

Das Besondere daran: Dieser Ziegel hat auf der linken Seite eine konisch zulaufende Krempe, die über den hochstehenden Rand des Nachbarziegels greift.

Höhere Kosten für Sanierung der Burg Hardeg

Laut Brenker war ursprünglich vorgesehen, einen Hohlziegel zu verwenden, mit dem auch gegenwärtig das Dach eingedeckt ist. Im Rahmen der historischen Untersuchung des Muthauses sei allerdings festgestellt worden, das ursprünglich Krempziegel verwendet worden waren.

Die ursprüngliche Form der gesamten Dachkonstruktion, die ebenfalls bei der bauhistorischen Untersuchung zutage gefördert wurde (wir berichteten ), wird bei der Sanierung allerdings nicht wieder hergesellt.

Die Steinsanierungen an den Traufen hat Brenker mit 225 000 Euro kalkuliert, und die Kosten für das komplette Einrüsten des Muthauses schlagen mit 55 000 Euro zu Buche. „Wir benötigen ein Gerüst der sogenannten Lastklasse III, weil parallel zu den Dachdeckerarbeiten auch die Zimmerarbeiten, die Steinmetz- und Steinrestaurierungsarbeiten an der Traufe und die vollständige Schadenskartierung aller Sandsteinfassaden stattfinden sollen“, erklärt Brenker.

An Nebenkosten werden weitere rund 150 000 Euro erwartet.

Auch bei der Sanierung des Kasseler Rathauses steigen die Kosten. Mit 36 Millionen Euro ist der Bau teurer als gedacht.

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