1,5 Millionen Euro für Mehrgenerationenbewegungszentrum

Sporthalle Hardegsen soll saniert werden

Blick vom Schulhof auf die Sporthalle an der Grundschule Hardegsen
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Großer Sanierungsbedarf: Nach den Plänen der Stadtverwaltung soll die Hardegser Sporthalle in den nächsten Jahren zu einem Mehrgenerationenbewegungszentrum umgebaut werden.

Energetisch saniert und barrierefrei - so soll die Hardegser Sporthalle in vier Jahren aussehen.

Hardegsen - Das sieht ein Konzept der Hardegser Stadtverwaltung vor, das am Dienstag in der Sitzung des Hardesger Rates vorgestellt wurde.

Demnach ist vorgesehen, die Halle für 1,5 Millionen Euro zu einem „Mehrgenerationenbewegungszentrum“ umzubauen. Hintergrund für die Überlegungen ist, dass der Bund erneut 600 Millionen Euro für die Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur bereitstellt. Dieses Geld stehe für die Förderung investiver Projekte mit besonderer regionaler oder überregionaler Bedeutung und mit großer Wirkung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in den Kommunen zur Verfügung, heißt es dazu in der Verwaltungsvorlage zur Begründung. Sollte die Stadt mit ihrem Antrag auf Förderung erfolgreich sein, verbliebe ein Eigenanteil von 836 000 Euro, der in den nächsten vier Jahren durchschnittlich mit 209 000 Euro in den jeweiligen Haushalten berücksichtigt werden müsste.

Der Verwaltungsausschuss hatte sich in seiner jüngsten Sitzung gegen das Vorhaben ausgesprochen. Laut Ratsbeschluss soll jetzt aber dem für die Städtebauförderung zuständigen Ministerium in Hannover bis zum Stichtag 23. Oktober mitgeteilt werden, dass ein Antrag auf Förderung gestellt werden soll. Die Entscheidung darüber, ob bis zum Stichtag 30. Oktober dann auch eine Projektskizze eingereicht wird und der Eigenanteil in den Doppelhaushalt 2020/21 sowie als Verpflichtungsermächtigungen in Folgejahren berücksichtigt werden soll, wurde aber auf Vorschlag von Tobias Kreitz (CDU) noch einmal in den Bau- und in den Verwaltungsausschuss verwiesen, die sich kurzfristig noch einmal mit dem Thema beschäftigen sollen, um im Falle einer Zustimmung die für die Beantragung geltenden Fristen einhalten zu können.

Ratsherr Harald Bock (FBL) gab zu bedenken, dass man im Falle eines positiven Bescheids dem nächsten Hardegser Stadtrat womöglich eine schwere Bürde aufbinden würde, auch wenn es unbestritten einen großen Sanierungsbedarf in der Halle gebe. Aber bei 200 000 Euro pro Jahr für die Halle, blieben keine Spielräume mehr für andere Investitionen.

Auch Henning Ropeter (CDU) äußerte sich kritisch. Er befürchtet, dass sich die Sanierung der Halle als ein „Fass ohne Boden“ erweisen könnte und gab zu bedenken, dass ein Neubau möglicherweise sinnvoller sein könnte. Norbert Müller (SPD) sprach sich hingegen dafür aus, den Vorschlag der Stadtverwaltung als Chance zu begreifen. „Wir schieben die Sanierung der Halle schon lange vor uns her, und wir können nicht warten, bis wir sie irgendwann vielleicht stilllegen müssen.“

Auch Dr. Frank Wiese (Hardegsen 21) befürwortete den Vorschlag der Verwaltung. „Das kommt doch unseren Kindern und Vereinen zugute“, ist er überzeugt. „Daher sollten wir keine Angst vor so einem Projekt haben.“ Bürgermeister Michael Kaiser räumte ein, dass im Falle einer Bewilligung vor dem Hintergrund der geringeren Einnahmen durch die Folgen der Corona-Pandemie sicherlich einige andere Investitionen wie zum Beispiel die Sanierung einer Brücke oder die Anschaffung eines Feuerwehrfahrzeugs verschoben werden müssten. Bezüglich der aktuellen Haushaltslage teilte Kämmerer Olaf Müller mit, dass der Ergebnishaushalt für das Jahr 2020 aufgrund der Steuerausfälle voraussichtlich mit einem Defizit von 200 000 Euro abschließen werde. Dennoch sehe er nicht die Notwendigkeit, dass die Stadt Hardegsen einen Nachtragshaushalt erlasse.

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