Streuner im Visier

Stadt Hardegsen beschließt Kastrationspflicht für Katzen

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Katzenhalter, die in Hardegsen oder den Ortschaften ihren Tieren Freigang gewähren, müssen ab sofort ihre Tiere kastrieren lassen.

Hardegsen. Katzenhalter, die in Hardegsen oder den Ortschaften ihren Tieren Freigang gewähren, müssen ab sofort ihre Tiere kastrieren lassen.

Außerdem müssen sie dafür sorgen, dass sie durch eine Tätowierung oder einen Mikrochip gekennzeichnet werden.. Das sieht eine neue Verordnung vor, die der Rat der Stadt Hardegsen in seiner jüngsten Sitzung beschlossen hat.

Die Regelung gilt für Tiere ab einem Alter von fünf Monaten und verpflichtet die Halter außerdem, die Kennzeichnung bei einem Haustierregister anzumelden und eine vom jeweiligen Tierarzt unterschriebene Bestätigung der Kastration bis zum Tod der Katze aufzubewahren und auf Verlangen vorzuzeigen.

Für Tiere, die innerhalb eines anerkannten Katzenzuchtverbandes zur Zucht eingesetzt werden, sind Ausnahmen von der Kastrationspflicht möglich, unter der Voraussetzung, dass die Kontrolle und Versorgung der Jungtiere glaubhaft dargelegt werden kann.

Für Diskussion sorgte im Vorfeld der Abstimmung zum einen die in der Verordnung formulierte Definition des Begriffs Katzenhalter. Als solcher soll nämlich demnächst auch jeder gelten, der freilaufende Streuner regelmäßig füttert.

Zum anderen bezweifelten einige Ratsmitglieder, dass die Verwaltung angesichts der Personalsituation im Hardegser Rathaus überhaupt in der Lage sei, das Einhalten der neuen Verordnung zu kontrollieren.

Ratsherr Henning Ropeter (CDU) verwies in der Sitzung auf die Stellungnahmen der Ortsräte, die bereits im vergangenen Jahr zu diesem Thema befragt worden seien. Die hätten mehrheitlich keinen Handlungsbedarf gesehen.

Bürgermeister Michael Kaiser hielt dem entgegen, dass es mittlerweile sehr wohl mehrere Beschwerden aus der Bevölkerung über die Zunahme freilaufender Katzen gegeben habe.

Mit dem Beschluss reagiert der Rat der Stadt Hardegsen auf einen Appell von Kreis-Veterinär Dr. Siegfried Orban. Der hatte bereits Anfang des vergangenen Jahres die Kommunen dazu aufgerufen, mit der Einführung einer Kastrationspflicht etwas gegen die wachsende Population freilaufender Katzen und das damit verbundende Leiden vieler Tiere zu unternehmen. Eine entsprechende Regelung gibt es in der Stadt Uslar schon seit 2015. Sie diente als Grundlage für die jetzt beschlossene Hardegser Verordnung.

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