Kies-Oppermann will Kalk abbauen

Steinbruch Lutterhausen geht wieder in Betrieb

Radlader im Kalkbergwerk
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Der magnesiumhaltige Kalk aus Lutterhausen, der von den Wänden des Steinbruchs abgesprengt wird, eignet sich auch als Dünger und Zugabe zu Hühnerfutter.

Im Steinbruch Lutterhausen wird wieder gearbeitet.

Lutterhausen – Jährlich bis zu 290 000 Tonnen Kalkstein will die August Oppermann Kiesgewinnungs- und Vertriebs-GmbH künftig in Lutterhausen abbauen. „Unser neues Werk, das neun Mitarbeiter beschäftigen wird, soll Ende 2022 / Anfang 2023 in Betrieb gehen“, kündigt der technische Geschäftsführer, Arnd Heringhaus, an.

Das Hedemündener Unternehmen hat den Weper-Steinbruch 2004 vom Portland-Zementwerk übernommen, das ein Jahr zuvor seinen Betrieb in Hardegsen eingestellt hatte. „In den vergangenen Jahren haben wir dort nur von Zeit zu Zeit kleinere Mengen Kalkstein gebrochen“, berichtet Heringhaus. Doch mittlerweile sind die anderen Kalksteinbrüche des Unternehmens erschöpft. Die Hedemündener gaben ihren Standort Vogelbeck 2017 nach 40 Jahren Abbauzeit auf. Der Kalksteinverkauf in Emmenhausen endete 2020. Der Steinbruch in Elvese wird noch ein, zwei Jahre lang betrieben. Künftig will Oppermann dann nur noch das Werk in Lutterhausen nutzen.

Dort haben die Hedemündener bereits vor einem Jahrzehnt eine neue Erschließungsstraße angelegt. Der Steinbruch bekommt nun eine mobile Brecheranlage. Herz dieses 60 Tonnen schweren Raupenfahrzeugs ist eine Prallmühle. Sie zerkleinert das teilweise sehr harte Gestein. Die Beschäftigten werden es im Laufe der kommenden Jahrzehnte auf drei Ebenen von der jeweils 30 Meter hohen Wand absprengen. „Wir werden uns am Ende 200 bis 300 Meter nach Norden vorgearbeitet haben“, kündigt der Ingenieur an.

Den gebrochenen Kalk transportiert ein 300 Meter langes Förderband zur neuen, noch zu bauenden Aufbereitungsanlage. Das 22 Meter hohe Gebäude wird über eine Grundfläche von 500 Quadratmetern verfügen. „Von der Straße und von Lutterhausen aus ist es nicht zu sehen“, versichert Heringhaus. Eine 400 000 Euro teure Filteranlage reinigt 69 000 Kubikmeter Luft in der Stunde von Staub. Schallabsorbierende Platten, für die die Hedemündener weitere 350 000 Euro ausgeben, sollen die Lärmbelastung in Grenzen halten. Insgesamt investiert das Unternehmen einen mittleren einstelligen Millionen-Euro-Betrag.

Das Verladen des Kalks auf Lastwagen erfolgt vollautomatisch. „Die Lkw werden nicht durch den Ort fahren“, verspricht der technische Geschäftsführer. Außerdem entstehen im Steinbruch ein Sozialgebäude und eine Tank- und Waschanlage. Das Unternehmen will Baufirmen und Betonwerke im Umkreis von 50 Kilometern beliefern. Die neue Anlage erlaubt Oppermann zudem, sich neue Kundenkreise zu erschließen. Der magnesiumhaltige Kalk aus Lutterhausen eignet sich nämlich als Dünger. Er lässt sich zudem Hühnerfutter beimischen und gibt den Eiern eine feste Schale.

„Das Genehmigungsverfahren hat sich fast vier Jahre lang hingezogen“, berichtet Heringhaus. Gutachten zur Schall- und Lärmbelastung waren einzuholen, naturschutzrechtliche Belange zu prüfen. Ein Teil des 55 Hektar großen Steinbruchgeländes ist bereits rekultiviert. Dort leben unter anderem seltene Amphibienarten.

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