Team und Tiere freuen sich

Schulbauernhof Hardegsen hat den Betrieb wieder aufgenommen

Landwirtschaft zum Anfassen: Fünftklässler der Geschwister-Scholl-Schule Göttingen im Hühnergehege.
+
Landwirtschaft zum Anfassen: Fünftklässler der Geschwister-Scholl-Schule Göttingen im Hühnergehege.

Der Schulbauernhof Hardegsen hat die Corona-Durststrecke überwunden.

Hevensen – Weniger Tiere, ein Team mit einigen neuen Gesichtern und ganz viel Motivation. So kann man die aktuelle Situation des Internationalen Schulbauernhofs Hardegsen, der seit dem 31. August dieses Jahres wieder Gäste empfangen kann, auf den Punkt bringen.

Dass es sich bei der ersten Schulklasse, die gleich für 12 Tage die pädagogische Einrichtung besuchte, um eine neunte Klasse gehandelt habe, sei ein Glücksfall gewesen, sagt Geschäftsführerin Claudia Eicke-Schäfer. „Denn nachdem wir wegen der Corona-Krise das Team verkleinern mussten und nur noch die nötigsten Arbeiten erledigt werden konnten, um den Hof am Laufen zu halten, mussten erst einmal viele Dinge erledigt werden, für die man schon etwas kräftigere Hände braucht.“

Die neunte Klasse aus Herne sei mit großer Begeisterung dabei gewesen und habe zum Beispiel auch beim Reparieren der Zäune und bei der Neugestaltung der schon 15 Jahre alten Schweinesuhle mit großer Begeisterung mit angepackt, berichtet Eicke-Schäfer, die im Oktober 2019 die Geschäftsführung übernommen hat. Nur fünf Monate später musste sie allerdings mit ihrem Team wegen der Corona-Krise um den Erhalt des Schulbauernhofs kämpfen, weil der pädagogische Betrieb eingestellt werden musste und die Einnahmen wegfielen.

„Um die laufenden Kosten zu drücken, mussten wir leider das Team verkleinern und den Tierbestand reduzieren, und wir waren froh, dass es eine große Spendenbereitschaft in der Region gab, zum Beispiel in Form von Tierpatenschaften“, blickt Eicke-Schäfer zurück. „Trotzdem hätte der Schulbauernhof ohne staatliche Hilfe nicht überlebt.“ Die Zuwendungen aus Bundes- und Landeshilfen für den Hof hätten bei knapp 200 000 Euro gelegen.

Das neue Team des Schulbauernhofs: (von links) Daniel Hilbck, Verena Rattay, Robin Wolf, Sina Kern, Geschäftsführerin Claudia Eicke-Schäfer, Anke Obst, Dr. Marko Böhm und Dr. Ann-Christin Busse-Zänker.

Dass dies gut investiertes Geld sei, könne man an der aktuellen riesengroßen Nachfrage der Schulen sehen, so Eicke-Schäfer. „Wir könnten im Moment sogar einen zweiten Schulbauernhof gebrauchen.“

Gerade Kinder und Jugendliche, denen man während der vergangenen Monate große Einschränkungen zugemutet habe, hätten einen großen Nachholbedarf an außerschulischen Aktivitäten, Bewegung und gemeinschaftlichen Betätigungen. Das sei bei der aktuellen pädagogischen Arbeit deutlich zu spüren.

Derzeit sind die Fünftklässler der Geschwister-Scholl-Schule Göttingen als Tagesgäste ohne Übernachtung auf dem Hof zu Besuch.

Auch Kuh Augustine freut sich, dass auf dem Hof endlich wieder was los ist.

„Aber auch unsere verbliebenen Tiere sind froh, dass hier auf dem Hof endlich wieder was los ist“, sagt Eicke-Schäfer und schmunzelt. Die Tiere seien einfach daran gewöhnt, dass ständig Kinder auf dem Hof unterwegs seien, und man habe deutlich spüren können, dass ihnen was gefehlt habe. Nach und nach soll der Tierbestand jetzt wieder aufgestockt werden, damit zum Beispiel der Milchbedarf des Hofes für die Verpflegung der Gäste wieder selbst produziert werden kann. Geplant ist auch, eine zweite Hühnerherde anzuschaffen, weil die Direktvermarktung der Eier sehr erfolgreich ist.

Im Mitarbeiterteam des Schulbauernhofs gibt es mehrere neue Gesichter – und neue Ideen, die in das pädagogische Konzept des Hofes – nämlich Kindern und Jugendlichen die landwirtschaftliche Produktion von Nahrungsmitteln näherzubringen – einfließen.

Inzwischen werden das Brot und die Brötchen, die beim Frühstück und Abendessen auf den Tisch kommen, vor Ort selbst produziert – selbstverständlich mit tatkräftiger Unterstützung der Gäste.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.