Tennet will doch die Westtrasse für die 380-kV-Leitung

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Neue Trasse: In dem vor vier Jahren abgeschlossenen Raumordnungsverfahren wurde noch der sogenannten Osttrasse (C01-1) der Vorzug gegeben. Im aktuellen Planfeststellungsverfahren favorisiert die Firma Tennet jetzt allerdings die Westtrasse (C01-3).

Gladebeck. Die geplante 380-kV-Höchstspannunggsleitung Wahle-Mecklar soll nicht wie ursprünglich vorgesehen östlich, sondern westlich von Gladebeck verlaufen.

In der jüngsten Sitzung des Ortsrates erläuterte der zuständige Planer für den sogenannten Teilabschnitt C zwischen dem Umspannwerk bei Lutterhausen bis zur südlichen Stadtgrenze zwischen Gladebeck und Harste die Entscheidung für die neue Trassenführung.

Demnach habe sich bei den weiteren Planungen herausgestellt, dass die sogenannte westliche Variante nicht nur in technisch-wirtschaftlicher Hinsicht, sondern auch im Hinblick auf die Betroffenheit von Privateigentum und die Belastung für die Umwelt zu bevorzugen sei.

Darüber hinaus gehen die Planer davon aus, dass der Bereich westlich von Gladebeck bereits durch die dort verlaufende 110 kV-Leitung „visuell vorgeprägt“ ist. Insofern sei mit dem Bau der Trasse C01-3 die geringste visuelle Auswirkung auf das Landschaftsbild zu erwarten.

Die Stadt Hardegsen wird sich als Trägerin öffentlicher Belange ebenso wie der Landkreis Northeim im Rahmen des Planfeststellungsverfahren gegen die geänderte Trassenführung aussprechen. Das betonte Hardegsens Bürgermeister Michael Kaiser in der Sitzung.

In der entsprechenden Stellungnahme, die die einstimmige Zustimmung des Ortsrates fand und am 1. Juni vom Rat der Stadt verabschiedet werden soll, widerspricht die Stadt Hardegsen der Argumentation der Firma Tennet und begründet dies unter anderem damit, dass die Vorbelastung des geplanten Trassenbereichs durch die lediglich 30 Meter hohen Masten der 110-kV-Leitung vergleichsweise gering sei. Die geplanten bis zu 77 Meter hohen Masten der neuen Leitung würden aufgrund der topografischen Verhältnisse für die Einwohner Gladebecks deutlich höher und näher in Erscheinung treten als es bei der ursprünglichen Trassenführung für die Wohnbevölkerung in Bovenden der Fall wäre.

Aus Sicht der Stadt Hardegsen hätte die C01-3-Trasse außerdem zur Folge, dass das Landschaftsschutzgebiet Leinebergland auf einer deutlich längeren Strecke beeinträchtigt wäre.

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