Tonfigur "Schweinebär" kehrt als Kopie zurück in den Landkreis

Soll als Kopie zurückkehren: Der 8000 Jahre alte „Schweinebär“ wurde vor neun Jahren auf dem Gelände der heutigen Biogasanlage in Hevensen entdeckt. Archiv-Foto: Mönkemeyer

Hardegsen / Fredelsloh. Der „Schweinebär", der im Jahr 2006 im heutigen Gewerbepark Hardegsen bei Hevensen entdeckt wurde, soll als Kopie in den Landkreis Northeim zurückkehren.

Der Ausschuss des Hardegser Rates für Schule und Kultur hat sich in seiner Sitzung am Dienstagabend dafür ausgesprochen, die etwa 8000 Jahre alte Originalfigur weiterhin als Dauerleihgabe dem Landesmuseum Hannover zur Verfügung zu stellen. Als Gegenleistung soll sich das Museum an der Anfertigung einer 1:1-Kopie finanziell beteiligen, die dann im Keramikum in Fredelsloh ausgestellt wird.

Die Kosten für die Kopie schätzt Johannes Klett-Drechsel, Vorsitzender des Geschichts- und Heimatvereins Töfperdorf Fredelsloh, auf 1000 Euro. Dieser Betrag soll zu je einem Drittel vom Landesmuseum, von der Stadt Hardegsen und dem Heimatverein Töpferdorf übernommen werden. Klett-Drechsel stellte in der Ausschusssitzung die Pläne für die Präsentation der Figur vor. Demnach ist vorgesehen, die Kopie zusammen mit Originalfundstücken in einer neuen Vitrine auszustellen. Für die Realisierung des Projektes hofft Klett-Drechsel außerdem auf die Unterstützung von Sponsoren, die sich bereits in den vergangenen Jahren am Aufbau des Keramikums finanziell beteiligt haben.

Die 13 Zentimeter lange, tierähnliche Tonfigur gilt als die am besten erhaltene und zweitälteste in Niedersachsen gefundene Figur aus der Zeit der Linienbandkeramischen Kultur. Nach wie vor ist unklar, ob es sich bei dem mit den charakteristischen Ornamenten dieser Zeit versehenen Tier um ein Schwein oder einen Bären handelt. Als es vor acht Jahren entdeckt wurde, fehlte ihm ein Bein, aber in derselben Grube fand man ein weiters Objekt, das wie ein Puzzleteil genau an die Abbruchstelle der Figur passte. Dabei handelte es sich jedoch um die Nachbildung eines menschlichen Armes.

Daher wird vermutet, dass es sich bei dem kleinen Schweinebären um das Abbild eines mythischen Ahnen handeln könnte.

Von Niko Mönkemeyer

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