Urkunde für Insektenträume

Pläne des Ökoinstituts Hardegsen als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet

4 Personen mit Mundschutz: Auszeichnung für Naturprojekt: Martin Brünig, Fachbereichsleiter für Regionalplanung und Umweltschutz beim Landkreis Northeim, überreicht die offizielle Urkunde an Matthias Herkel, Heike Langholz und Jürgen Poremba. Unser
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Auszeichnung für Naturprojekt: Martin Brünig, Fachbereichsleiter für Regionalplanung und Umweltschutz beim Landkreis Northeim, überreicht die offizielle Urkunde an Matthias Herkel, Heike Langholz und Jürgen Poremba. Unser

Auf 12 Hektar sollen neue Biotope für Insekten entstehen.

Hardegsen / Elvese – Das Projekt „Insektenträume“ des Instituts für allgemeine und angewandte Ökologie in Hardegsen ist als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet worden. Auf einer Gesamtfläche von zwölf Hektar sollen in 15 unterschiedlichen Arealen zwischen Angerstein und Salzderhelden „exemplarische Biotoptypen des Mittelgebirgsraums“ entstehen, eines davon bei Elvese.

„Wir möchten damit die Notwendigkeit des Schutzes von Schmetterlingen und ihrer Lebensräume einer breiten Bevölkerung näherbringen und werden dazu ein 52-seitiges Sympathie-Magazin entwickeln, das später dann ausführlich über unser Vorhaben informiert“, erklärt Diplombiologe Matthias Herkel, der das Projekt leitet. Vorgesehen sei eine gedruckte Broschüre sowie eine Online-Version, die als Anregung für persönliche Naturerkundungen und pädagogische Arbeit mit Kindern gedacht ist.

Geplant sei, in der „weitgehend ausgeräumten Agrarlandschaft“ Kleinbiotope, magere Standorte, Wälder und Gehölze, Wiesen und Weiden sowie Streuobstbestände, Gewässer und Lebensräume im Bereich von Siedlungen so zu gestalten, dass sich dort genügend Nahrungspflanzen für alle Entwicklungsstadien der Insekten, also Raupen, Larven und erwachsene Tiere ansiedeln, so Herkel.

„Um das zu erreichen müssen wir zum Teil den holzigen Bewuchs zurückschneiden, um Teile der Flächen offen zu halten“, beschreibt er die geplante Vorgehensweise. „Damit schaffen wir die Voraussetzung für unbeschattete, warme Lebensräume, die den Insekten bis in den Spätherbst Blütennahrung bieten.“ Ein weiterer wichtiger Teil der Pflege wird laut Herke die insektenfreundliche Mahd der Flächen sein, bei der im Frühjahr nicht die ersten Blüten gemäht werden, sondern als Nahrungsquelle erhalten bleiben. „Im Herbst werden wir dann teilweise Altgras und tote Staudenstängel stehen lassen, weil diese als Winterquartiere für das Überleben der Schmetterlinge wichtig sind.“

Das Ökoinstitut Hardegsen beschäftige sich bereits seit vielen Jahren mit der Förderung der Biodiversität auf extensiv bewirtschafteten Flächen, die aus der landwirtschaftlichen Nutzung herausgenommen wurden, betont Herkel.

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