Fest am Sonntag

Schulbauernhof feiert Geburtstag:„Viele Ziele schon verwirklicht“

+
Zu Besuch am Schweinestall: Geschäftsführer Axel Unger und Betriebsleiterin Johanna Arnemann freuen sich auf möglichst viele Gäste.

Hevensen. Der Schulbauernhof Hardegsen feiert sein zehnjähriges Bestehen. Hier ein Interview mit den Verantwortlichen.

„Wir werden 10 und alle feiern mit!“ - unter diesem Motto lädt der Internationale Schulbauernhof Hardegsen für Sonntag, 13. September, zu seinem traditionellen Apfelerntefest nach Hevensen ein. Wir unterhielten uns darüber mit Geschäftsführer Axel Unger und Johanna Arnemann, die seit zweieinhalb Jahren als Betriebsleiterin für den Hof verantwortlich ist.

Herr Unger, im April 2005 empfingen sie hier auf dem Schulbauernhof in Hevensen die erste Schülergruppe. Können Sie sich daran noch erinnern?

Axel Unger: Ja. Die erste Schulklasse kam aus Holzminden. Es waren Schüler einer katholischen Grundschule.

Hätten Sie damals gedacht, dass der Hof ein so großer Erfolg werden würde? Immerhin wurden Sie bereits mehrfach ausgezeichnet und haben jetzt jährlich etwa 2500 Besucher.

Unger: Wir haben es gehofft und sind froh, dass es so gekommen ist. Aber der Anfang war zugegebener Maßen nicht leicht. Die Startschwierigkeiten, die wir hatten, muss ich bestimmt nicht noch einmal erleben.

Als die Pläne für den Hof erstmals öffentlich bekannt wurden, hat man Sie belächelt.

Unger: Ja, in der Anfangsphase gab es viel Skepsis. Und als wir bei der Suche nach einem geeigneten Hof in Hevensen fündig wurden, gab es auch hier im Ort Vorbehalte, nicht unter den Landwirten, sondern unter den Einwohnern, die sich um die Ruhe im Ort sorgten. Mittlerweile hat sich das aber gelegt, und wir konnten im Laufe der Jahre dank der Unterstützung durch Sponsoren bereits einige unserer Ziele verwirklichen.

Welche dieser Ziele haben Sie denn bislang erreicht?

Unger: Wir wollten hier einen außerschulischen Lernort schaffen und neue pädagogische Konzepte erarbeiten, um Kindern und Jugendlichen die Zusammenhänge zwischen Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung näher zu bringen. Ich denke, das ist uns gelungen, ebenso wie die Schaffung neuer Arbeitsplätze. In den vergangenen zehn Jahren wurden hier zwölf geschaffen.

Und was haben Sie sich für die Zukunft vorgenommen?

Unger: Es wäre schön, wenn wir die aktuellen Belegungszahlen halten könnten, denn vor dem Hintergrund sinkender Schülerzahlen ist das nicht ganz einfach. Insofern versprechen wir uns etwas davon, auch Konzepte für die Erwachsenenbildung zu erarbeiten. Darüber hinaus möchten wir mit der Direktvermarktung unserer Produkte eine weitere Einnahmequelle auftun.

Frau Arnemann, seit zweieinhalb Jahren sind Sie als Betriebsleiterin hier auf dem Schulbauernhof tätig und gewähren Schülern einen Blick hinter die Kulissen eines landwirtschaftlichen Betriebes. Welche Erfahrungen haben Sie dabei gemacht?

Johanna Arnemann: Die zum Teil geringen Kenntnisse über die Zusammenhänge von Landwirtschaft und Nahrungsproduktion überraschen mich schon manchmal. Nicht nur bei Grundschulklassen, sondern auch bei Schülern weiterführender Schulen.

Können Sie ein paar Beispiele nennen?

Arnemann: Für viele ist es eine völlig neue Erkenntnis, dass ein Huhn pro Tag nur ein Ei legen kann, und die meisten haben keine Vorstellung davon, in wie vielen Produkten, die man im Supermarkt kaufen kann, Milch enthalten ist. Es ist sogar vorgekommen, dass Schüler der Meinung waren, dass braune Kühe Kakaomilch geben.

Vor allem viele jüngere Menschen bevorzugen heute vegetarische oder sogar vegane Kost. Ist das auch ein Thema, wenn Schulklassen hier sind?

Arnemann: In gewisser Weise ja. Bislang hatten wir zwar nur wenige Vegetarier unter unseren Gästen, aber der Aspekt des Fleischverzehrs spielt bei uns schon eine große Rolle. Wir möchten den Zusammenhang zwischen artgerechter Haltung und Fleischpreisen deutlich machen. Manchmal kommt es aber auch vor, dass Schüler keine Wurst essen möchten, weil sie bei der Arbeit hier unsere Schweine kennengelernt haben.

Wie viele tierische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben Sie denn momentan hier auf den Schulbauernhof?

Arnemann (lacht): Zehn Rinder, 20 Schafe, zwei Ziegen, 15 Schweine, 250 Hühner, 30 Enten und ein paar Kaninchen.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.