HNA-Lesertreff

Bürgermeister-Kandidaten stellen sich den Fragen der Hardegser

Volles Haus mit reichlich Abstand: Mehr als 50 Besucher nahmen am Donnerstagabend am HNA-Lesertreff zur Bürgermeisterwahl in der Sporthalle der Grundschule teil.
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Volles Haus mit reichlich Abstand: Mehr als 50 Besucher nahmen am Donnerstagabend am HNA-Lesertreff zur Bürgermeisterwahl in der Sporthalle der Grundschule teil.

Wer wird neuer Bürgermeister in Hardegsen? Beim HNA-Lesertreff stellten sich die beiden Bewerber Lars Gunnar Gärner (SPD) und Sven Oskar Thießen (FBL) den gut 50 Besuchern vor.

Hardegsen – Wie kann die Verkehrssituation in Hardegsen verbessert werden? Wie geht es weiter mit dem Wildpark, wie mit der Burg Hardeg? Was wird für Kinder und Jugendliche getan? Und: Was würden die beiden Bürgermeisterkandidaten für die Hardegser Ortschaften machen?

Mit diesen und vielen anderen Fragen „löcherten“ die Besucher des HNA-Lesertreffs zur Hardegser Bürgermeisterwahl die beiden Bewerber Lars Gunnar Gärner (SPD) und Sven Oskar Thießen (FBL) am Donnerstagabend in der Hardegser Grundschul-Sporthalle.

Doch bevor es laut HNA-Redaktionsleiter Olaf Weiss, der den Abend zusammen mit Niko Mönkemeyer moderierte, „zur Sache ging“, mussten Gärner und Thießen bei einem kleinen, nicht ganz ernst gemeinten Quiz zeigen, ob sie sich mit der Geschichte der Hardegser Dörfer auskennen. Wo wohnen die Bergratten (Asche), wo die Spatzen (Ertinghausen) oder die Steinmaten (Ellierode)?

Beide Kandidaten „glänzten“ eher mit Rateglück als mit Wissen, Spaß hatten trotzdem alle und viel gelacht wurde auch.

Doch dann kamen die Leser zu Wort.

Thema Verkehr

Claus Christian Rieper von der Bürgerinitiative „Wir in Hardegsen“ sprach die Verkehrssituation in der Altstadt, vor allem in der Langen Straße an und wollte wissen, was die Kandidaten als Bürgermeister gegen den Schwerlastverkehr tun würden.

Sven Oskar Thießen sagte, eine bessere Beschilderung könnte helfen, auch eine Anpassung der Parksituation, damit der Lieferverkehr nicht ständig mitten durch die Stadt fahren müsse.

Lars Gunnar Gärner würde zunächst versuchen, in Absprache mit dem Landkreis als Verkehrsbehörde den Schwerlastverkehr aus der Stadt zu halten, eventuell sogar mit einem Durchfahrtverbot im Bereich zwischen Schwimmbad und Kreisel.

Eintritt und Sanierung

Für den Besuch des Hardegser Wildparks, der aktuell saniert und umgebaut wird, sollen Besucher demnächst Eintritt bezahlen. Wie finden das eigentlich die Kandidaten, lautete eine weitere Frage.

Gärner sagte, dass er gerade als Jugendlicher häufig mit Freunden im Wildpark gewesen sei, „ganz spontan“. Und genau das würde er Kindern und Jugendlichen auch zukünftig ermöglichen wollen. „Man müsste da noch mal entsprechend nachsteuern und dann entscheiden, ob diese Altersgruppe überhaupt Eintritt zahlen muss.“

Thießen betonte, dass er es grundsätzlich gut finde, dass dort künftig Eintritt genommen werde, es sollte aber über Vergünstigungen zum Beispiel für ehrenamtlich Tätige nachgedacht werden. Thießen sieht im Wildpark einen attraktiven „Magnet“ auch für Auswärtige, die nach einem Besuch dort vielleicht noch die Innenstadt besuchen und dort einkaufen oder ein Eis essen.

Burg Hardeg

Gerlinde Willms ist Vorsitzende der Kultur-Initiative Hardegsen, die häufig in der Burg Hardeg, die gerade saniert wird, Kulturevents veranstaltet. Willms wollte wissen, wie es mit der Burg und der Kultur weiter geht und was die Stadt Hardegsen künftig für die Kulturinitiative tun werde.

Thießen betonte, dass er das Ehrenamt dort und auch in vielen anderen Bereichen unterstützen und in Sachen Burg die Kulturinitiative in die künftigen Planungen miteinbeziehen werde. „Wir müssen zusammen ein Konzept entwickeln für die Burg, mit einem Weihnachtsmarkt, einem Burg-Festival oder Konzerten in der Musikmuschel im Kurpark. Es ist viel möglich“, so der FBL-Kandidat.

Gärner bezeichnete die umfassende Sanierung der Burg als wichtig, da sie schließlich das Wahrzeichen Hardegsens sei. Er möchte die „wundervollen Veranstaltungen“ dort, natürlich auch der Kulturinitiative, gerne unterstützen, dazu würde er alle Beteiligen regelmäßig zu konkreten Gesprächen ins Rathaus holen.

Heimische Wirtschaft

Kritik klang durch, als sich Lesertreff-Besucher Otto Krull das Saalmikrofon schnappte: Er wünsche sich mehr Unterstützung von der Stadt. Seit über 25 Jahren führe er sein Geschäft in Hardegsen, nur ein einziges Mal sei seitdem jemand von der Stadt bei ihm gewesen und habe mal gefragt, wie das Geschäft laufe. „Und das ist schon sehr viele Jahre her“, so Krull. Er forderte mehr Interesse seitens der Stadt an der heimischen Wirtschaft.

Es sei selbstverständlich, sagte Gärner, dass es eine enge Zusammenarbeit zwischen den heimischen Unternehmen und den Fachleuten aus der Stadtverwaltung geben müsse. „Dafür würde ich auf jeden Fall sorgen“, sagte Gärner. Probleme müssten „auf den Tisch“ kommen und gemeinsam nach Lösungen gesucht werden.

Thießen möchte das Hardegser Rathaus zum zentralen Anlaufpunkt für örtliche Gewerbetreibende machen. Die Stadtverwaltung müsse sich aktiv kümmern, auch um den Stadtkern, „damit es dort in ein paar Jahren nicht so aussieht, wie in der Northeimer Fußgängerzone“. Thießen spielte damit auf die vielen Leerstände im Zentrum der Kreisstadt an.

Stärkung der Dörfer

Thomas Spangenberg wollte von den Bürgermeisterkandidaten wissen, wie sie die Hardegser Ortschaften stärken wollen.

Ein Punkt sei laut Thießen, nicht nur neue Baugebiete in der Kernstadt zu erschließen, sondern auch in den Dörfern mit dem Ziel, dort Familien anzusiedeln. Dafür sei aber unter anderem der Ausbau des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV) notwendig. Auch ein besseres Radwegenetz müsse kommen.

Kandidat Gärner setzt auf den Dialog mit den Ortsräten und natürlich den Einwohnern der Dörfer, um deren konkrete Wünsche zu erfahren. Dabei müssten auch Kinder und Jugendliche ins Boot geholt werden.

„Und dann muss geguckt werden, was gemacht werden kann.“ Einig ist er sich mit seinem Gegenkandidaten, dass ein besserer ÖPNV ein ganz wichtiger Faktor sei. Auch ein ehrenamtlich betriebener Bürgerbus könnte eine Möglichkeit sein, die Ortschaften besser anzubinden.

Was fehlt?

Eine Sache, die ihnen in Hardegsen fehlt, wollte Nils Keuneke von den Kandidaten wissen. Kurze Frage, kurze Antwort: Sven Oskar Thießen fehlt „die Nutzung der vielen Potentiale hier in Hardegesen“, Lars Gunnar Gärner vermisst „mehr Einwohner sowie mehr Gewerbebetriebe“, die mehr Geld in die Stadtkasse bringen.“ (kat)

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