Auf Hardegser Gebiet sollen vier Windkraftanlagen entstehen – drei weitere in Nörten geplant

Moringer Becken: 200 Meter große Windräder geplant

Windräder im Moringer Becken: Auf Hardegser Gebiet sollen vier Anlagen errichtet werden. Grafik: Mönkemeyer

Hardegsen. Die Steinfurter von Helmolt Consult plant die Errichtung von insgesamt sieben, rund 200 Meter hohen Windkraftanlagen im südlichen Moringer Becken.

Vier Anlagen sollen auf Hardegser Stadtgebiet entstehen, drei auf dem Gebiet des Fleckens Nörten-Hardenberg. Die Unterlagen sind inzwischen soweit komplett, dass die Projektentwickler mit dem Baubeginn des ersten Windrades im Dreieck zwischen Hevensen, Thüdinghausen und Behrensen im vierten Quartal nächsten Jahres rechnen.

Bauanträge im Spätsommer 

Projektentwicklerin Edeltraut von Helmolt sagte bei der Vorstellung der Bauvorhaben in der jüngsten Sitzung des Hardegser Bauausschusses, die Bau- und Genehmigungsanträge für die Anlagen auf Hardegser Gebiet werde sie im Spätsommer beim Landkreis Northeim stellen. Die rechtlichen Voraussetzungen würde sie erfüllen. Wenn alles wie geplant laufe, könnte die Genehmigung im Frühjahr 2016 vorliegen. Baubeginn könnte dann in den letzten Monaten des Jahres 2016 sein und die Inbetriebnahme in der ersten Hälfte 2017 erfolgen. Angestrebt werde eine Übernahme des laufenden Betriebs durch einen Energieversorger.

Eine Anlage soll westlich der Straße zwischen Hevensen und Thüdinghausen gebaut werden, die drei anderen im Gebiet östlich der Straße Richtung Behrensen. Über die Standorte der Anlagen auf Nörten-Hardenberger Seite im Dreieck zwischen Lütgenrode, Wolbrechtshausen und Behrensen machte sie keine genauen Angaben, weil sie die dortigen Gremien noch nicht informiert habe. Auch zum dortigen Zeitplan gab es noch keine Daten.

Die Abstände der Windräder zur geschlossenen Wohnbebauung in den Dörfern betrügen 1000 Meter oder mehr, so die Planerin. Es sei gewährleistet, dass der von den Windrädern ausgehende Lärm an der Wohnbebauung mit maximal 40 Dezibel eintreffe. Das entspreche etwa der Lautstärke eines laufenden Geschirrspülers, wurde aus der Mitte der rund 20 Zuhörer kritisiert. Nach den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation könnte das bereits zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen.

Schattenwurf 

Zum Schattenwurf durch die Anlagen, sagt von Helmolt, dass es dafür keine gesetzlichen Grundlagen gebe. Als zumutbar gelte im schlechtesten Fall ein Schattenwurf von nicht mehr als 30 Stunden im Jahr und nicht mehr als 30 Minuten am Tag.

Eine Beeinträchtigung der Gesundheit durch Infraschall bestritt sie. Ebenso würden weder der besonders geschützte Rote Milan, der Schwarzstorch oder Uhu gefährdet. Ihre Streifgebiete lägen 1500 Meter oder weiter von den Anlagen entfernt.

Für den Roten Milan würden zudem die Fundamente mit Gehölzen bepflanzt, um ihn dort von der Mäusejagd abzuhalten. Außerdem würde ein Managementplan für den Greifvogel erstellt. Sie sagte weiter, die Bedürfnisse des Menschen stünden im Vordergrund.

Die Investitionssumme für die vier Anlagen bezifferte sie mit rund 22,6 Millionen Euro. Sie rechnet mit 2650 Vollaststunden im Jahr. Die Anlagen seien auf den Schwachwindstandort ausgelegt und würden sich rechnen. (zhp)

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